Krimi über ein Geheimnis Arthur Conan Doyles: Während der weltberühmte Schriftsteller im viktorianischen London auf den Spuren seines großen Helden erstmals selbst einen Mordfall aufklärt, wird in der Gegenwart der größte Sherlock Holmes-Experte ermordet, nachdem er dessen verschollenes Tagebuch gefunden haben will. Amüsantes Spiel mit Regeln des Kriminalromans. Zwei Geschichten, die sich spiegeln. Historische Realität und erfundene Gegenwart, Sherlock Holmes, Arthur Conan Doyle, die Detektive und Aficionados der Gegenwart, alles spiegelt sich in diesem Detektive Story-Kabinett.
Ein Blog über das Stöbern im Grenzland zwischen U und E. Ausflüge ins Landesinnere inklusive.
Saturday, July 13, 2019
Helmut Krasser - Die letzten schönen Tage
Roman über Dreiecksverhältnis zwischen einem verrückten Werbetexter, einer Chorsängerin und einem Fotografen. Sie liebt den Werbetexter, hat aber eine Affäre mit dem Fotografen. Als der Werbetexter verrückt wird, pflegt sie ihn erst, als der Werbetexter aber immer verrückter wird, geht sie mit dem Fotografen. Banale Geschichte, die man aber trotzdem gerne liest, weil Krausser seinen Helden immer so was Protziges, Überbordendes gibt und dabei die Sprache ausreizt und oft auch überreizt, sich darüber aber nicht schert. Immer so ein Nietzscheanischer Kulturelitarismus zu spüren, was die Sache immerhin selten langweilig macht.
Friday, July 05, 2019
Steffen Popp - 118 Gedichte
Schöne Anlage, teilweise recht sperrige Textkästen aus Begriffsassoziationen.
Labels:
Gedichte,
Gegenwartsliteratur,
Gegenwartslyrik,
Lyrik
Friday, June 28, 2019
Tilmann Lahme - Die Briefe der Manns
Sehr schön in dieser so gut vorgelesenen Fassung, wie die Stimmen der Manns ein ganz eigenes, sehr kreatives Diktum eint.
Rohinton Mistry - Das Gleichgewicht der Welt
Anrührender Gesellschaftsroman aus dem Indien der 70er Jahre. Gegen Unterdrückung, Gewalt, Willkür und Grausamkeit eines nur scheinbar demokratischen Staates hilft ganz unten nur noch ganz pure Menschlichkeit. Eine Variation auf das Willkür-Instrument verhängter Ausnahmezustand.
George R.R. Martin - Die Herren von Winterfell
Zweitlesung. Ein phantastisches Epos über Macht und Politik - mit unzähligen Subthemen wie Formen der Vitalität, Fauna und Flora, Formen von Ethnien etc.
George R.R. Martin - Armageddon Rock
Sehr sympathisches, nostalgisches Unterfangen. Eine Kultband der großen Aufbruchsgeneration feiert geisterhaftes Comeback, spektakulär und diskurslastig.
Ferdinand von Schirach - Kaffee und Zigaretten
Sehr schöne Skizzen und Vignetten. Hätte man ewig weiter lesen können.
Walter Moers - Das Labyrinth der träumenden Bücher
Bei all dem gewaltigen Charme der Bücher von Walter Moers, das Labyrinth kommt leider nie so richtig vom Fleck. Ein Buch über ein Buch, das es hätte werden sollen.
Jennifer Clement - Gun Love
Hypnotische Geschichte über Familie, Gemeinschaft und Gewalt. Aus der Perspektive eines scharfäugigen Teenagers erzählt, enthüllt es Amerikas Liebesaffäre mit Schusswaffen und ihre schmerzhaften Folgen.
Oskar Maria Graf - Wir sind Gefangene
Graf schildert seine Erlebnisse in den Jahren von 1905 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges und der Münchner Räterepublik. Ein Dokument, nackt, schonungslos, direkt und auch für heutige Zeiten unglaublich brisant.
César Aira - Was habe ich gelacht
Sehr schöner, kurzer Roman aus einer anderen Welt. Im Begleitschreiben heißt es treffend:
Aira eröffnet in dieser überraschend intimen Erzählung, die mal Autofiktion, mal wilde Fabel ist, einen Raum zwischen Witz und Gelächter, jenen Spalt, der oft zwischen dem eigenen Bewusstsein und der Gegenwart des Moments klafft: Darin finden wir Träume, Erinnerungen, einen Ozean der Wehmut - und schließlich auch das Lachen. Eigensinnig und doppelbödig zeigt sich der argentinische Ausnahmeautor hier in seiner ganzen weltliterarischen Größe.
Milan Kundera - Das Fest der Bedeutungslosigkeit
Mal wieder ein Kundera - sehr klar, allerdings nicht ganz so fesselnd, wie die früheren Sachen.
Monday, April 15, 2019
Rolf-Bernhard Essig - Schreiberlust und Dichterfrust
Sehr unterhaltsames Buch über Literatur, den Literaturbetrieb, Schriftstellerexistenzen. Was nur manchmal seltsam ist, ist der Umstand, dass das Buch scheinbar für Kinder geschrieben ist. Dafür ist es doch etwas zu gelehrt, man kann sich nicht vorstellen, dass Kinder das besonders interessant finden. Aber das stört doch nicht sehe.
Milan Kundera - Der Scherz
Wiederbegegnung mit einem Roman, den ich vor vielen Jahren mal gelesen habe. Obwohl er mir damals nicht als der beste Roman von Kundera erschienen war, ist er mir von allen am deutlichsten im Gedächtnis geblieben. Mit wie wenig Poesie und "Kunst" er auskommt. Die Sprache ist fast kahl, oft floskelhaft, doch was im Kopf entsteht ist sehr prägnant. Die "Meditationen" sind manchmal etwas langatmig, hier drängt es einen weiter zu der fast unbeabsichtigt spannenden Handlung.
Emily Bronte - Sturmhöhe
Wüstes Kammerspiele, spannend wie die Bronte mit dieser Handvoll Figur die Konflikte immer wieder aufflammen lässt, über hunderte von Seiten. Das ganze spielt nur an zwei Orten, keine zehn Figuren sind beteiligt, und das auf 400 Seiten.
John Steinbeck - Jenseits von Eden
Monumentaler Roman, Lesegefühl, wie damals bei Dostojewski. Meditation über Kain & Abel, tolle Figurenzeichnung.
Monday, April 08, 2019
Clemens Meyer: Die stillen Trabanten
Die erste Skizze in dem Band hat mir so gut gefallen, dass ich es gleich kaufen musste. Die anderen Sachen sind etwas abgefallen, aber immer noch interessant genug, dass ich es ganz durchgelesen habe. Etwas zu lang vielleicht die einzelnen Geschichten. Und manchmal fragt man sich, ob man nicht vielleicht eine Pointe verpasst hat und hat es wahrscheinlich. Trotzdem: der Stoff ist gut (arbeitende Menschen) und die Atmosphäre passt.
Tuesday, April 02, 2019
Peter Stamm - Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt
Roman mit Doppelgängermotiv, bei dem der eine wie in einem Alptraum die Biografie des anderen aufzufressen scheint. Mysteriöse und spekulativ, dabei durchaus interessant, wohin das alles führt. Eine Sammlung, ineinander übergehender Ringe.
Sunday, March 24, 2019
Anne Enright - Das Familientreffen
Irischer Roman, also Kinderreichtum, Katholizismus, Alkohol und Lieder. Einer von Zwölfen hat sich ersäuft, schwarzes Schaf und heimlicher Liebling. Alle Tragödien sind irgendwie schon mit den Großeltern angelegt. Nicht viel wird gelöst, kaum etwas ändert sich.
Subscribe to:
Posts (Atom)