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Tuesday, January 28, 2014

Wilhelm Genazino - Die Liebesblödigkeit

Judith oder Sandra, der 52-jährige Apokalyptiker kann sich nicht entscheiden. Das ist die Folie, auf der Genazino seine Wahrnehmungsstreifzüge durch den Alltag diesmal unternimmt. Er trifft einige schrullige Typen wie den Postfeind und den Ekel-Professor, fürchtet sich vor den eigenen Krampfadern und der Farbe seines Urins und gerät in wachsende Panik angesichts der näher rückenden "Enderektion." Bei Genazino ist es völlig egal, was er für eine Story nutzt, es geht bei der Lektüre immer wieder um die kleinen Schönheiten und Wunder des Alltags. Auch hier wieder gelungen.

Wednesday, September 19, 2012

53. Nina Bußmann - Große Ferien

Lehrer hängt seinen Beruf an den Nagel. Irgendwas scheint vorgefallen mit einem frühreifen Schüler. Jetzt jätet der Mann Unkraut und reflektiert über seine Laufbahn, seine Eltern, seinen Bruder, sein verpasstes Leben allgemein.

Erinnert vom Duktus an Thomas Bernhard. Sehr schön durchgehalten die Perspektive. Anrührend. Streckenweise bewusst unbequem.



Tuesday, September 22, 2009

Updike - Glücklicher war ich nie

Der erste Band der frühen Erzählungen. Bis auf wenige Ausnahmen alle grandios. Bemerkenswert: Updike will die gesamten drei Bände, also zusätzlich zu diesem noch zwei weitere mit frühen Erzählungen, als eine Art Bildungsroman verstanden wissen.

In Glücklicher... dreht sich ein Großteil um die Kindheit und Jugend des Helden, der hier viele verschiedene Namen trägt, in Olinger, um eine Studienreise nach England und um seine Zeit in Harvard.

  • Der glückselige Mann von Boston, der Fingerhut meiner Großmutter und Fanning Island - poetische Beschwörungen am Rande zur Lyrik. Keine Handlung und Beschreibung von Stimmungsbildern. Teilweise pathetisch
  • Das luzide Auge in der Silberstadt - Porträt des Vaters (des Zentauren), ebenso wie Heim u.a.
  • Flügge- wiederkehrendes Motiv der im letzten Augenblick doch noch erlebten kleinen Liebe

Das ist alles so gut, Updike braucht nie den großen Stoff, der würde eher stören. Das Normale, das nunc stans, minimale Bewegungen sind mehr als genug für ihn. Es bringt es zum leuchten aus sich heraus.