Thursday, June 21, 2018

Rachel Cusk - Outline

Anscheinend sehr gelobter Roman, in dem Leute ihre Lebensgeschichte herausplaudern. Manchmal interessant, manchmal langweilig. Lauter Abrisse für Romane, die man glücklicherweise nicht lesen muss.

Sunday, June 17, 2018

Theodor Storm - Beim Vetter Christian

Nette kleine Erzählung, hier Storm mal ganz unaufgeregt, was der Anlage gut tut. Die Frauen kommen nicht so wahnsinnig gut weg und der Humor liegt unter einer fetten Staubschicht, aber trotzdem, man hält sich gern auf, beim Vetter Christian.

Saturday, June 16, 2018

Vitalis Konstantinov - FMD. Leben und Werk von Dostojewski

Graphic Novel über Dostojewski, Leben und Werk episch bebildernd.
Großartige Zeichnungen mit prägnanten Stil, stark an 20er Jahre erinnernd. Wimmelnde Vielfalt, dabei aber immer sehr klar.
Sofort Lust auf Dostojewski-Bücher.

Friday, June 15, 2018

Jochen Missfeldt - Die graue Stadt am Meer

Der Dichter Theodor Storm und sein Jahrhundert. Schönes Buch, auch von der Machart her.
Storm ein Autor, der mich peripher interessiert. Der Lyriker eher und vor allem die nordische Landschaft. Davon ist auch viel in Missfeldts Buch. Außerdem spannend die komplexe, problembehaftete Familiengeschichte. Der Sohn, der sich zu Tode säuft, die anderen Söhne, die schwer vermittelbaren Töchter. Storm der Dirigent all dessen, streng und liebevoll. Dabei nicht immer sympathisch.
Auch das Werk rückt in den Blick mit Empfehlungen, auf die ich vorher nicht gekommen wäre. Eigenartig nur, dass er zum Schimmelreiter fast nichts sagt.


Connie Willis - Die Jahre des schwarzen Todes

Nerviger, redundanter Roman voller Unwahrscheinlichkeiten und komischen Anachronismen. Abgebrochen.

Saturday, June 09, 2018

Theodor Storm - Draußen im Heidedorf

Guter Storm, schön und schaurig die Landschaften. Plot etwas dünn.

Tuesday, June 05, 2018

Felicitas von Lovenberg - Gebrauchsanweisung fürs Lesen

Buchlesemotivator mit neuen und alten Klischees aus der Kulturklamottenkiste. Habe mir darunter mehr versprochen, zum Beispiel zum Thema Deep Reading, was gar nicht erklärt wird. Da fehlt mir die Anleitung. Ärgerlich das E-Book-Bashing, mit den Argumenten wird man bei kommenden Lesegenerationen keinen Blumentopf gewinnen.

Tad Williams - Die Nornenkönigin

Es wird lang und länger. Aber dank der Gestalten bleibt man dabei. Auch interessant die Ausarbeitung der Kulturen. Nicht so detailbesessen, wie manche andere, aber befriedigen das Interesse durchaus. Und der Sprecher ist hervorragend.

Thursday, May 31, 2018

Stewart O'Nan - Westlich des Sunset

Romanbiografie, F. Scott Fitzgeralds letzte Jahre. Ehefrau Zelda geisteskrank, er ist verschuldet und hangelt sich von Drehbuchjob zu Drehbuchjob. Sheila, eine junge Geliebte kümmert sich um ihn (dabei ist er auch noch nicht alt, etwas über 40).
Immer wieder zerstört das Trinken die zerbrechliche Struktur, die er braucht, um die Dinge auf die Reihe zu kriegen.
Die Handlung unspektakulär: Arbeit am Drehbuch, an den Erzählungen, am letzten Roman, Freizeit mit der Geliebten, Urlaub mit Zelda und/oder Scottie, Ausbrüche in den Suff, später Herzattacken und Pflege. Einmal gibt es einen fatalen Rechercheausflug an ein College.

Tuesday, May 22, 2018

Pawel Huelle - Castorp

Roman über Th. Manns Romanfigur. Verschiedene Zauberberg-Motive und Kulturgeschichtliches fließen zusammen: Zahlenmystik, Psychoanalyse, Nationalismus, Wandervögel, Zigarren, Liebe als krankheitsfördernde Macht etc.
Danzig Schmelztigel all dessen, mit Außenstelle Zoppot als Garten Eden. Schön, die Touren auf dem Rad "Wanderer" durch Stadt und Landschaft.

Thursday, May 17, 2018

Alessando Baricco - Mr Gwyn

Autor hört auf zu Bücher schreiben, beschließt, nur noch private Porträts zu schreiben und kreiert dafür einen eigenen Ansatz. Die Porträts haben die Macht, etwas zu heilen.

Saturday, May 12, 2018

Roberto Bolano - Die wilden Detektive

Der andere große Roman Bolanos. Wie lässig er dieses epische Literaturspiel hinhaut. Schwung ist wohl das treffende Wort. Immer ist es ein Kreisen um totale Literaturexistenzen, ein Exzess der narrativen Aufzählung mit Hunderten von Stimmen, Stillagen, Anspielungen, Zitaten, kräftig gewürzt mit Sex und Verbrechern und Irren und Totkranken. Macht sofort Lust auf mehr. Schade, viel bleibt nicht übrig. Das Fragment Die Nöte des wahren Polizisten und noch ein paar kleinere Werke. Wer wäre wohl ein Bolano der deutschen Gegenwartsliteratur? So lässig ist kaum einer. Joachim Lottmann fällt mir ein, der aber zu poppig.

Monday, April 30, 2018

Sylvia Geist - Gordisches Paradies

Fremd, nur selten genug Mühe aufgebracht, um zu etwas Verständnis vorzudringen. Weiß ich zu wenig? Rätselhaft der Anmerkungsteil. Gibt Hinweis darauf, in welcher Richtung Verstehen liegen könnte. Ging selbst auf ganz anderen und verlor schon bald das Interesse.

Saturday, April 28, 2018

Sylvia Plath - Die Glasglocke

Lag immer wie eine Hausaufgabe herum, das Buch. Las es jetzt in Anschluss an die Connie Palmen-Lektüre. Was für ein tolles Buch, der Ton, die Sprache, der Stoff, alles passt, eines der Bücher, die einem nahe gehen und zeigen, was Literatur kann.

Wednesday, April 25, 2018

Tad Williams - Der Abschiedsstein

Zweiter Teil der Saga von Osten Ard , immer noch gut, mächtig episch, jetzt andere Völker näher erkundend. Die Miriamel- Handlung ebenso wie andere Seitenstränge allerdings etwas schleppend. Klasse gelesen von Andreas Fröhlich.

William Trevor - Der Tod des Professors

Erzählungen von Geistlichen, Bauern, Bombenlegern. Manche sehr "irisch", ein paar auch universal. Gut diejenige über den kontaktlosen Geschäftsfreund, der alleine zurückbleibt, als das befreundete Paar wegzieht und verhaltene Versuche unternimmt, mitzuziehen.

Saturday, April 21, 2018

Connie Palmen - Du sagst es

Fesselnder Roman über eine Dichterehe. Der Wahnsinnsanspruch an eine Liebe und die Unmöglichkeit, diesen zu erfüllen. Wunder der Einfühlung der Autorin. Versuch auch, Hughs Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Das Anregende dabei: Die Radikalität, mit der das Schaffen als höchstes Ziel gesetzt wird und alles diesem Ehrgeiz untergeordnet wird. Die sogenannte Liebe wird in diesem Sinne eigentlich nur benutzt, um daraus poetisches Kapital zu schlagen (von beiden). Als dieser Treibstoff verbraucht ist, bleibt nur noch Zerstörung.
Furchtbarkeit der literarischen Gesellschaft, die wie eine Nemesis das Restleben Hughs zerstört.

Joe Haldeman - Der ewige Krieg

Hauptwerk der Anti-Kriegsliteratur. Anlage des Romans unglaublich intelligent. Auch der Erzähler sehr sympathisch, die Liebesgeschichte anrührend. Die Absurdität vom vom ersten Satz an frappierend. Die Idee der Zeit-Versetzung, die das gesamte Geschehen immer wieder relativiert, brillant. Dachte noch an ein alternatives Ende, bei dem die Geliebte plötzlich als Feindin auftaucht, weil sich herausstellt, dass die Menschheit ohne es zu wissen gegen sich selbst Krieg geführt hat.

Hans Pleschinski - Königsallee

Herrliches Schwelgen in Th. Mann-Kosmos, wunderbares literarisches Spiel, jeder Satz durchdrungen mit Bezügen, die in der Tiefe wurzeln, die unten liegt. Unten, im gewaltigen Kulturgewölbe, auf dem wir heute herumwirschteln, mit Pegida, Afd, Groko, Trump, neue Rechte, neuem Caesarismus etc. Ein Buch, an dem man sich debattenmäßig neu ausrichten kann, an dem man auch so etwas wie einen gesunden Heimatbegriff abschleifen könnte.