Ein Blog über das Stöbern im Grenzland zwischen U und E. Ausflüge ins Landesinnere inklusive.
Saturday, May 08, 2010
Regenkatze - Sarah Kirsch
Saturday, May 01, 2010
Verratene Vermächtnisse - Milan Kundera
Kundera hat eine eigene, sehr eingängige Theorie des Romans entwickelt. Irgendwo zwischen Philosophie und Psychologie verortet, dienen Romane dazu, eine menschliche Seinsmöglichkeit zu entdecken, der sich die Menschheit zuvor noch nicht bewusst war. Daher stellt er die Phänomonologie über die Narration.
Aber diese Theorie steht in diesem Buch weniger im Vordergrund. Hier prangert Kundera den vielfachen Verrat an, den die (Nach-)Welt an den großen Künstlern verübt. Paradebeispiel: Max Brods Weigerung, dem letzten Willen Kafkas Folge zu leisten. Der Grundgedanke: Die Überlebenden verändern den Urtext, die Urpartitur, ja ganze Lebensentwürfe der Künstler, um sie einem vielfach banalerem Schema einzupassen. So etwa Brod in seinem Schlüsselroman über Kafka.
Weitere Beispiele: Die Vereinfachung Janaceks und Strawinskis durch Zeitgenossen oder die Verhunzung einer Hemingway-Story durch die wissenschaftliche "Interpretation."
Das Gute an dem Buch:
- Alles ist sehr eingängig und leicht, obwohl es sich um "pure" Theorie handelt.
- Kundera ist jemand, der die Welt und ihre vorgeblichen Wahrheiten immer wieder in Frage stellt und dadurch sehr viel Überraschendes ans Licht bringt.
Als nächstes werde ich den "Vorhang" wieder vornehmen.
Friday, April 02, 2010
Winter in Maine
Andrew Miller - Gabe des Schmerzes
Friday, March 26, 2010
Kind 44
Interessant das historische Genre, die Stalin-Ära als Krimistoff. Die Handlung wirkt etwas mechanisch. Ein netter Thriller, der noch ins Vorabendprogramm passt.
Sunday, March 07, 2010
Ein letzter Sommer - Steve Tesich
- Tesichs unglaubliche Kunst, diese einfachen, schon 1000 mal gehörten Umstände in jeder Szene frisch und spannend zu erzählen.
- Die dichte Atmosphäre; Melancholie plus Humor.
- Tolle Besetzung bis in die Nebenfiguren.
- Die jugoslawische Mutter ist eine der stärksten Mütter, von denen ich in neuen Romane gelesen habe.
- Die Szene, als dem todkranken Vater bei einem Spaziergang ein Hündchen auf den Schoß springt und der Erzähler ihn zum ersten Mal in seinem Leben glücklich sieht.
- Die schauderhafte Kälte mitten im Sommer, mit der der Tod in die Stadt einrückt.
Friday, February 26, 2010
Pnin - Nabokov
Alle, alle lieben dich - Stewart O'Nan
Sunday, February 14, 2010
Bernhard-Unseld-Briefwechsel
Friday, February 05, 2010
Die Wohlgesinnten - Jonathan Littell
Philip Roth - Exit Ghost
Tuesday, February 02, 2010
Oskar
Saturday, January 16, 2010
Drood - Dan Simmons

Monday, January 11, 2010
Die Straße - McCarthy
Und am Ende Tod und Rettung, oder so etwas ähnliches oder beides.
Wie gesagt, alles großartig. Doch ein paar Fragezeichen gibt es: Manchmal finden sie einen relativ behaglichen Unterschlupf. Und bleiben nicht da. Es gibt eigentlich keinen Grund, immer wieder aufzubrechen.
Am Schluss stellt sich heraus, dass sie von einer anderen Gruppe verfolgt werden, die ihnen nichts Böses wollen, sie vielmehr schon lange suchen. Warum weiß keiner was davon?
Irgendwie alles gleichnishaft. Aber man will es nicht auflösen.
Nach der Lektüre sehnt man sich nach etwas Hellem. Vielleicht einen Roman von David Lodge.