Großartiges Buch über die Natur und deren fragiles Gleichgewicht, gespiegelt in der Seele des Mannes. Essentielle Themen Tod, Sterben, Einsamkeit archaisch und packend dargestellt.
Ein Blog über das Stöbern im Grenzland zwischen U und E. Ausflüge ins Landesinnere inklusive.
Friday, April 02, 2010
Winter in Maine
Ein einsamer 50er wohnt alleine mit seinem Hund in den Wäldern Maines. Er lebt von Gelegenheitsjobs und verbringt seine Zeit sonst mit der Lektüre seiner rund 3000 Bücher. Als Jäger eines Tages seinen Hund erschießen, rächt er sich, indem er aufs Geratewohl mehrere Jäger erschießt.
Andrew Miller - Gabe des Schmerzes
18. Jahrhundert, ein Kind kommt mit einer sonderbaren Schmerzunempfindlichkeit zur Welt, die sich auch aufs Seelische legt. Es wächst heran und wird ein großer Arzt. Er ist kalt, rücksichtslos und sehr erfolgreich - bis sich die Gesellschaft an seiner Gewissenlosigkeit stört und ihn ausstößt. Dann beteiligt er sich an einem seltsamen Ärztewettrennen zur russischen Zarin, der Sieger darf die Hoheit impfen. Er wird nur Zweiter, was ihn dermaßen zerrüttet, dass er in einem Irrenhaus landet. Im Verlauf der Krankheit und mit Hilfe einer in Russland geretteten Medizinfrau verwandelt sich der einst Schmerzfreie in einen übersensiblen, lebensuntauglichen Mann, der dann schnell stirbt.
Solider historischer Roman etwa im Stile Nadolnys. Der Wahnsinn als Motiv wie immer etwas fragwürdig. Dadurch kann man alles begründen. Also nichts.
Friday, March 26, 2010
Kind 44
Eine Geschichte aus den 50er Jahren der Sowjetunion. Staatssicherheitsmann wird geschasst, bekommt selbst großen Ärger mit dem Geheimdienst, will trotzdem den Mord an vielen Kindern aufdecken, obwohl diese Art Verbrechen nichts ins System passen, findet des Rätsels Lösung in der eigenen Vergangenheit.
Interessant das historische Genre, die Stalin-Ära als Krimistoff. Die Handlung wirkt etwas mechanisch. Ein netter Thriller, der noch ins Vorabendprogramm passt.
Interessant das historische Genre, die Stalin-Ära als Krimistoff. Die Handlung wirkt etwas mechanisch. Ein netter Thriller, der noch ins Vorabendprogramm passt.
Sunday, March 07, 2010
Ein letzter Sommer - Steve Tesich
Der andere von den beiden einzigen Romanen dieses großartigen Schriftstellers. Die Schule ist vorbei, Freunde leben sich auseinander, wollen raus, müssen plötzlich an die Zukunft denken usw. Da verliebt sich ein junger Mann rasend in ein schönes Mädchen, das etwas seltsam ist und unberechenbar, nie ganz ehrlich, was ihn zur Verzweiflung treibt. Böse ist sie nicht, nur selber etwas verwirrt und zerrissen, mit gutem Grund, wie sich nachher zeigt. Zur selben Zeit stirbt der Vater und die Eltern deklinieren von der andere Seite her das Thema Liebe durch. Es kommt zum wahrscheinlich schönsten Liebestod, der jemals in der Literatur gestorben wurde.
Glanzlichter:
- Tesichs unglaubliche Kunst, diese einfachen, schon 1000 mal gehörten Umstände in jeder Szene frisch und spannend zu erzählen.
- Die dichte Atmosphäre; Melancholie plus Humor.
- Tolle Besetzung bis in die Nebenfiguren.
- Die jugoslawische Mutter ist eine der stärksten Mütter, von denen ich in neuen Romane gelesen habe.
- Die Szene, als dem todkranken Vater bei einem Spaziergang ein Hündchen auf den Schoß springt und der Erzähler ihn zum ersten Mal in seinem Leben glücklich sieht.
- Die schauderhafte Kälte mitten im Sommer, mit der der Tod in die Stadt einrückt.
Friday, February 26, 2010
Pnin - Nabokov
Pnin mal wieder. Bei Nabokov macht jeder einzelne Satz Spaß. Für mich der größte Stilist des 20. Jahrhunderts.
Sah eine sehr schöne Ausgabe seines zuvor nicht veröffentlichten Romanfragments. Nur einzelne Versatzstücke auf Karteikarten. Unwiderstehlich reizvoll.
Labels:
Amerikanischer Roman,
Russische Literatur,
Stilist
Alle, alle lieben dich - Stewart O'Nan
Wieder ein schönes O'Nan-Buch, eines von denen, die man kaum aushält.
Die gerade erwachsene Tochter Larsens kommt eines abends nicht nach Hause. Es gab nie einen Hinweis, dass sie abhauen wollte. Also können alle nur das schlimmste erwarten. Damit beginnt das Martyrium der Hinterbliebenen zwischen Hoffen und Verzweifeln.
Das aber dauert lange. Die Menschen verändern sich. Mutter, Schwester, Freunde müssen mit ihrem eigenen Leben weitermachen. Über ihnen schwebt ein Schatten.
Wahnsinn ist die unglaubliche, fast greifbare Präsenz der Verlorenen, obwohl sie nur im ersten Kapitel auftritt.
Fast dokumentarisch schildert O'Nan das alles, ganz genau, ganz fein. Manchmal verschlägt es einem den Atem.
Sunday, February 14, 2010
Bernhard-Unseld-Briefwechsel
Sehr schönes Hörbuch, brillant gelesen von Peter Simonischeck und Gerd Voss. Ein Kurs in knallharter Verhandlungstaktik in Sachen Literatur. Habe natürlich gleich wieder ein Bernhard-Buch zur Hand genommen, gibt ja noch genug ungelesene. Verstörung.
Und Bernhard-Filme auf YouTube angeschaut. Er ist der YouTube-Autor, von keinem anderen gibt es so viel im Netz. Obwohl sich andere bestimmt viel lieber und öfter haben filmen lassen.
Er steht alleine. Nach wie vor.
Friday, February 05, 2010
Die Wohlgesinnten - Jonathan Littell
Ein Monster von einem Buch. Allein der Umfang. Dann die Themen: Holocaust, Stalingrad, SS, Psychopathologie.
Liest man es gerne? Vieles widerstrebt einem. Aber die ästhetische Herausforderung ist enorm. Funktioniert diese Perspektive, die Täterperspektive im Dritten Reich, der SS-Mann als Ich-Erzähler auf Du-und-Du mit dem Leser?
Was geht hier vor? Nichts anderes, als die Stoffwerdung des Holocausts für die Literatur. Bei allem davor war die epische Distanz ein Ding der Unmöglichkeit.
Aber dann ist auch wieder von allem zu viel. Aue ist einfach überall dabei gewesen und kommt immer mit heiler Haut davon. Überhaupt: Alle ein fiktionalen Elemente stören. Das fängt an bei der unseligen Psychopathenstory, geht weiter mit den endlosen, die Lesernerven strapazierenden Pornofantasien und endet mit diesem trotteligen Polizistenpaar. Was diesem eher schwachen Aue alles aufgeladen ist, ist einfach zu viel des Guten und vor allem des Üblen. Die Opfer bleiben nur Schemen hinter all dem, was wahrscheinlich beabsichtigt ist.
Das Air-Kapitel ist bodenlos, man klappt das Buch nur deshlab nicht zu, weil es so weit hinten kommt und man jetzt den Rest auch noch lesen will.
Froh, es fertig zu haben. Einen Lesemonat damit verbracht. Verschwendet?
Philip Roth - Exit Ghost
Der letzte Zuckerman also. Sehr schön, das Wiedersehen mit Lonoff und Amy. Auch die Gedanken zur radikalen Zurückgezogenheit.
Aber alles doch merkwürdig substanzarm. Ein Kammerstück mit Anlagen für mehr: Was passiert mit Amy, was war mit Amy zuvor geschehen? Wie geht es mit dem Schriftsteller-Ehepaar weiter, das den Wohnungstausch mit Zuckerman will? All das scheint wie eine schöne Exposition, die aber dann nicht ausgeführt wird. Stattdessen die quälenden künstlichen Dialogeinspengsel.
Schade. Exit Ghost eben.
Tuesday, February 02, 2010
Oskar
Sterbebegleitung auf's sanfteste. Pflegeheim-Kater Oskar spürt, wenn sich ein Patient auf die letzte Reise macht, so das "New England Journal of Medicine."
Gesellt sich der Klinikkater zu einem Patienten, steht dessen Tod unmittelbar bevor - meist stirbt der Betroffene binnen vier Stunden. Das Tier "riecht" den Tod, also die von Kranken abgesonderten Pheromone oder Gerüche.
Angehörige schätzten den Kater vor allem als sanften Begleiter in den letzten Stunden und weniger als schlechtes Omen. Inzwischen ist "Oscar" weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Ihn lässt die wachsende Aufmerksamkeit jedoch unberührt. Der Kater sitzt nach wie vor am liebsten am Fenster - allein.
Saturday, January 16, 2010
Drood - Dan Simmons
Ätzende Freundschaft
Gleich nach seinem Erscheinen habe ich mich mehrmals im Buchladen kaum zurückhalten können. Dan Simmons plus Charles Dickens erzählt von Wilkie Collins. Ich hätte es mir zu Weihnachten schenken lassen. Aber dann hat es Audible per E-Mail-Werbung annonciert und ich habe es mir auf der Stelle gekauft und heruntergeladen. Da sage einer noch, E-Mail-Marketing würde nicht funktionieren.
Um was geht es in dem knapp 1000-Seiten-Buch: Wilkie Collins erzählt von seiner Freundschaft und Feindschaft von Charles Dickens in dessen letzten fünf Lebensjahren. Das Geschehen beginnt mit einem Zugunglück, bei dem Dickens auf eine unheimliche Gestalt trifft. Es handelt sich um Drood, eine Mischung aus Todesengel, ägyptischer Mumie, Rächer der Entrechteten und Serienkiller. Fortan ist erst Dickens, dann Collins wie besessen von Drood, der wie eine Schimäre durch den Roman wandelt.
Eine ganze Fülle an Themen spielt der Roman durch: Die sozialen Zuständen der viktorianischen Epoche, Drogen, literarische Inspiration, koptische Kulte, Mesmerismus, Magnetismus, die literarische Szene, Vortrags- und Theaterkunst, die Poetiken Collins und Dickens, Verlagswesen, Domestiken, Moralgeschichte und vieles andere. Lauter Themen, mit denen man jeden Literaturmenschen sofort auf seiner Seite hat. Denn wir lieben die viktorianische Epoche!
Rivalen bis in die Ätzkalkgrube
Wichtigstes Motiv des Buches ist die Freundschaft zwischen Dickens und dem Erzähler, eine Freundschaft, aus der Rivalität und schließlich Hass wird. Wie komisch, wie geistreich, dieses Wettschreiben der beiden um die Gunst des Publikums und die sublimen Spitzen, mit der sich die Gentleman piesacken! Für mich ist das wichtigste und schönste an diesem Schmöker.
Dann ist da dieser Kosmos an Randfiguren, die das Roman-London bevölkern: Düsterlinge wie Drood und die Vetreter der Opiumhöhlen im Untergrund Londons; die glücklosen, aber hartnäckigen Gesetzeshüter Fields, Hattches und Barrester; die Frauen rund um Collins und Dickens; die Literaten-, Agenten- und Schauspielerblase rund um Dickens. Der Bestatter von Rochester ist eine echte Shakespeare-Gestalt.
Der Erzähler ist der Böse
Und natürlich lebt der Roman von der Figur des Erzählers. Simmons' Porträt von Wilkie Collins ist ziemlich böse: Ein opiumsüchtiger Literat, feige, arrogant, manchmal liebenswürdig, jedenfalls skrupellos. Es ist eben so schwer, ihn zu mögen, wie ihn nicht zu mögen. Als er die Tochter seiner Dienstboten auf eiskalte Art und Weise aus dem Weg schafft, hasst man ihn tatsächlich und wünscht ihm das Übelste. Dabei hält er sich die ganze Zeit für einen Gentleman. Es sind ja die besten Bösewichte, die sich selbst nicht dafür halten.
Dann: die Orte. Wohligste Schauerlokationen - Opiumhöhlen, bewohnte Kanäle und Katakomben, Herrenhäuser, auf deren düsteren Hintertreppen gemordet und umgegangen wird.
Und als Dreingabe gibt es massenhaft Literaturgeschichte. Über Dickens und Collins weiß man nach der Lektüre einiges mehr. Man hat auch nicht üble Lust , selbst mal wieder einen Dickens-Band zur Hand zu nehmen.
Ich habe fast jede Minute des Buches genossen. Wirklich ein starkes Buch.
Hier übrigens noch eine tolles Bild dazu von Simmons Illustrator John Picacio.

Monday, January 11, 2010
Die Straße - McCarthy
Soll eines der besten Bücher des vergangenen Jahrzehnts sein. Die Atmosphäre ist natürlich großartig - eine düstere Landschaft wie aus dem Byron-Gedicht, ein Mann und sein Sohn allein auf der Straße auf dem Weg ins Ungewisse, ohne Hoffnung. Kein Mensch mehr weit und breit und wenn doch, dann ist er ein Menschenfresser, krank werden sie, das Essen geht ihnen aus, es schneit, es ist nass, es ist kalt, das Elend nimmt kein Ende.
Und am Ende Tod und Rettung, oder so etwas ähnliches oder beides.
Wie gesagt, alles großartig. Doch ein paar Fragezeichen gibt es: Manchmal finden sie einen relativ behaglichen Unterschlupf. Und bleiben nicht da. Es gibt eigentlich keinen Grund, immer wieder aufzubrechen.
Am Schluss stellt sich heraus, dass sie von einer anderen Gruppe verfolgt werden, die ihnen nichts Böses wollen, sie vielmehr schon lange suchen. Warum weiß keiner was davon?
Irgendwie alles gleichnishaft. Aber man will es nicht auflösen.
Nach der Lektüre sehnt man sich nach etwas Hellem. Vielleicht einen Roman von David Lodge.
Und am Ende Tod und Rettung, oder so etwas ähnliches oder beides.
Wie gesagt, alles großartig. Doch ein paar Fragezeichen gibt es: Manchmal finden sie einen relativ behaglichen Unterschlupf. Und bleiben nicht da. Es gibt eigentlich keinen Grund, immer wieder aufzubrechen.
Am Schluss stellt sich heraus, dass sie von einer anderen Gruppe verfolgt werden, die ihnen nichts Böses wollen, sie vielmehr schon lange suchen. Warum weiß keiner was davon?
Irgendwie alles gleichnishaft. Aber man will es nicht auflösen.
Nach der Lektüre sehnt man sich nach etwas Hellem. Vielleicht einen Roman von David Lodge.
Im Zeichen des Sieges - oder so Bernard Cornwell
Wieder ein solider Cornwell. Allerdings ist die Erzähldichte nicht so groß, wie bei den Arthus-Büchern. Was wohl an dessen einmaligen Erzähler-Medium liegt.
Thursday, December 24, 2009
Poeten der Nacht von Barry McGrea
Homosexueller Literaturstudent entwickelt eine Abhängigkeit von sogenannten Sortés. So nennt man es, wenn man Bücher als zufällige Ratgeber benutzt, also einfach aufschlägt und die nächstbeste Passage als Orakel benutzt. Das ganze wird zu einer Obsession, die ihn um seine bürgerliche Existenz bringt.
Die Idee ist gut.
Aber leider schlecht umgesetzt. Das ganze ist viel zu breit, tausend Unwichtigkeiten werden erzählt, wahrscheinlich um Atmosphäre zu schaffen, was aber nicht gelingt. Der Held benimmt sich idiotisch, ist unsympathisch und schwach, die Sprache häufig klischeehaft.
Froh, es los zu sein.
Samuel und die Poesie des Alltags oder so ähnlich
Harmloses Büchlein der blauen Kategorie. Etwas Amelie, nur weniger charmant.
Las es in einem Rutsch, um's weg zu haben.
Saturday, December 19, 2009
Der verlorene Abend - Wolfram Fleischhauer
Ein tolles Buch. Warum bin ich nicht schon früher auf diesen Autoren gestoßen? Wahrscheinlich weil ihn das Verlagsmarketing in irgendeiner Genre-Ecke versteckt hat.
William Boyd - Eines Menschen Herz
Am Ende des Jahres ein großes Buch nach dem anderen. Habe es vor einem halben Jahr gekauft, mehrmals angefangen und immer wieder zurückgestellt. Jetzt hat es mich voll gepackt.
Eine Lebensgeschichte, epochenumspannend, in Form eines fiktives Tagebuchs.
Wegen solchen Büchern lese ich Romane. Da entfaltet sich ein ganzes Lebens, von der ungestümen Jugend über die Arroganz des ersten Erfolges bis hin zum Scheitern und zur Weisheit des Alters.
Großes Kino.
Tuesday, December 08, 2009
Sharpes Feuerprobe
Der erste Sharpe, nach einigen Anläufen auf einen Ruck durchgelesen.
Nicht ganz so toll, wie die Artus-Bücher. Das liegt daran, dass hier Sharpe alles selbst machen muss, was die ganze Sache etwas sehr unwahrscheinlich macht. Bei Artus ist es immerhin die ganze Clique.
Wie immer toll bei Cornwell die historische Verlässlichkeit und das Vermeiden von simplen Schwarz-Weiß-Malereien.
Das Schweigen - Jan Costin Wagner
So gut wie sein erstes Buch. Ein Buch, wie ein langes Nick Cave-Lied: Melancholisch, melodiös, schön.
Mit diesem schweigsamen Ermittler ist Wagner eine ganz besondere Figur gelungen. Er ermittelt gleichsam von außerhalb des Lebens.
Monday, November 30, 2009
Stephen King - Sunset
Dass ich ein großer Fan war und bin, habe ich schon mehrmals gesagt. Aber.
Es scheint da so einen Knick in seinem Werk zu geben. Ab diesem Knick erinnern mich die Bücher an die Metallica-Scheiben nach Hatfields Entziehungskur.
Es fehlt das Fließende. Da ist vieles so gewollt, bemüht, unwahrscheinlich.
Es klingt böse, aber früher waren King-Bücher richtig gute Cocktails. Heute sind sie wie alkoholfreies Bier oder koffeinfreier Kaffee.
Das soll nicht heißen, dass ich glaube, es liegt daran, dass King keine Drogen oder Alkohol mehr zu sich nimmt, bewahre! Ich glaube, der Knick kam schon früher. Ich glaube, etwa um die Stark-Zeit. Fest steht, es fehlt der Schwung.
Viele Autoren entwickeln in ihrem späteren Werk so etwas gelassen, altweises, humorvoll, langweiliges. Oft sind das ihre besten Bücher.
Bei King sieht es fast so aus, als stünde ihm dieses Register noch nicht zur Verfügung. Vielleicht, weil das Horror-Genre etwas Jugendlich-Pubertäres an sich hat.
Sunset also.
Die erste Geschichte von dem Pfefferkuchen-Mädchen zählt zu den schlechtesten Geschichten, die ich je gelesen habe, sorry. Die Heldin, Joggerin, die sich nach dem Tod ihres Kindes auf eine einsame Insel verkriecht und dort in die Fänge eines Psychos gerät, ist so dermaßen dämlich, dass man während der gesamten Lektüre nur den Kopf schüttelt. (Nachdem es ihr gelungen ist, den Schurken notdürftig einzusperren, macht sie sich seelenruhig auf Hausbesichtigung, bis der andere wieder frei ist und mehr so Zeug.)
Habe den Rest dann so hingenommen. Ich weiß wirklich nicht, ob ich die Arena noch mitnehmen werde.
Wahrscheinlich.
Subscribe to:
Posts (Atom)