Ein Blog über das Stöbern im Grenzland zwischen U und E. Ausflüge ins Landesinnere inklusive.
Wednesday, November 28, 2007
Saturday
Sehr guter Roman. Von MacEuwen noch nie enttäuscht worden. Gekürzte Version, habe aber wenig vermisst. Kann man das sagen, wenn man die Langversion nicht kennt?
Wednesday, November 21, 2007
Sherlock Holmes
Einige Geschichten angehört (blauer Karfunkel, Ohren, Orangenkerne). Die Lesungen der Originale kommen dabei besser weg, als die Bearbeitungen. Die Bearbeitungen haben nichts literarisches mehr, sind oft reine Denkrätsel, wie ein Radiomitratekrimi. Bei den Lesungen kann es aber mal vorkommen, dass Homes und Watson in eine Kneipe gehen, eine Flasche Burgunder trinken und Holmes einen Vortrag über Paganini hält. Hat alles nichts mit der Handlung zu tun und ist deshalb geradezu herausragend schön. Ich glaube, hier ist man ganz nahe dran an dem, wo die Grenze zwischen echter Literatur und reinem Zeitvertreib verläuft.
Faustus Hörspiel
Nochmal den Faustus also dieses Jahr. Bin nahezu taub für den Text und muss es nun wirklich für eine Weile gut sein lassen.
Das Hörspiel gibt nur ein Schatten wieder. Es hört sich so an, wie eine Dokumentation, nachgeliefert der Biografie Leverkühns von Zeitblom. Die Stimmen sind gut. Zeitblom, Leverkühn, nach einiger Eingewöhnungszeit.
Weiß nicht, ob ich es nochmal hören werde.
Brauche Mann-Pause. Mindestens für zwei, drei Jahre.
Das Hörspiel gibt nur ein Schatten wieder. Es hört sich so an, wie eine Dokumentation, nachgeliefert der Biografie Leverkühns von Zeitblom. Die Stimmen sind gut. Zeitblom, Leverkühn, nach einiger Eingewöhnungszeit.
Weiß nicht, ob ich es nochmal hören werde.
Brauche Mann-Pause. Mindestens für zwei, drei Jahre.
Wednesday, November 14, 2007
austerlitz
sofort der typische sebald-ton. etwas ganz besonderes. ist mein neues jackentaschenbuch nach dem untergeher.
doderer
die dämonen. auf seite 174. gut.
rechne damit, dass es nächstes jahr wird.
rechne damit, dass es nächstes jahr wird.
bernhard
literarische spurensuche in wien. saß im bräunerhof, im havelka. strudelhofstiege.
las untergeher. man kennt die manier. so etwas ist schnell konsumiert.
las untergeher. man kennt die manier. so etwas ist schnell konsumiert.
Wednesday, October 31, 2007
Tintenherz
Ganz nett, aber bei weitem nicht HP-Format.
Erinnert ein bissl an Kai Mayer. Und diese gane Herein- und Herausleserei, das hinkt doch, oder?
Erinnert ein bissl an Kai Mayer. Und diese gane Herein- und Herausleserei, das hinkt doch, oder?
Sunday, October 28, 2007
Buddenbrook
Zum ich weiß nicht wievieleten Mal also die Buddenbrooks. Vorgelesen von Westphal, der in der Tat der beste Vorleser ist, den ich bis jetzt gehört habe. Was ist eigentlich der Unterschied zum Selbstlesen? Vielleicht, dass einem der Leserhythmus vorgegeben wird. Dass macht es mit unter anstrengend. Ich brauche dazu immer eine begleitende, leichtmotorische Bewegung wie Laufen, Gehen, Radfahren. Nur zuhören finde ich schwierig, würde ich aber gerne trainieren.
Buddenbrooks also wieder. Eingeordnet in Thomas Manns Gesamtwerk: Das klarste, romanhafteste Buch, bei fast allen späteren in der Anteil an Reflexion viel höher. Das macht die Lektüre leicht. Ist auch sehr unterhaltsam, wobei einem beim Wiederlesen namentlich die so gerühmten Leitmotive tendenziell am ehesten auf die Nerven gehen. Das beste an der Geschichte ist noch immer die Figur des Thomas Buddenbrook. Und wenn man sich selbst dem Alter nähert, indem er "fertig" war, erhöht sich das Interesse noch.
Wann kommen die Buddenbrooks das nächste Mal. Wahrscheinlich erst Mal in Form von dem anstehenden Broleur-Film. Bin gespannt.
Saturday, October 20, 2007
Esterhazy 1
"Einführung in die schöne Literatur" - ein Buch, das ich aufgrund seiner "Anmutung" ("The" Book!) unbedingt wollte, auch wenn es ziemlich teuer war. Jetzt habe ich es herausgezogen, weil ich ein anderes ebenso aus ähnlichen Gründen begehrte (Das Haus).
Es hängt nichts zusammen. Der Autor hat Erzählfragmente (keine Beobachtungen oder so was, das könnte man ja einordnen) aneinander gereiht. Gemeinsame Themen sind: Kriegszustand, Pferde, Versehrtheit, gelegentlicher bitterer Sex. Manchmal gibt es dadaistische Spielereien, Glossen und Grafiken kommentieren oder assozieren andere Erzählfragmente. (Strukturbeschreibung).
Vielleicht nimmt man es als einen Spaziergang durch ein unbekanntes Erzählland. Da hilft nur beobachten.
(tbc)
Es hängt nichts zusammen. Der Autor hat Erzählfragmente (keine Beobachtungen oder so was, das könnte man ja einordnen) aneinander gereiht. Gemeinsame Themen sind: Kriegszustand, Pferde, Versehrtheit, gelegentlicher bitterer Sex. Manchmal gibt es dadaistische Spielereien, Glossen und Grafiken kommentieren oder assozieren andere Erzählfragmente. (Strukturbeschreibung).
Vielleicht nimmt man es als einen Spaziergang durch ein unbekanntes Erzählland. Da hilft nur beobachten.
(tbc)
Eomtional Kreativität
Um mal wieder etwas anderes zu lesen. Interessante Beispiele, z.B. der Kletterer, der nicht still stehen darf und sich für einen weg entscheiden muss. Wichtiges Bild für den Schriftsteller, der Angesichts des Reiches des Potenziellen erstarren mag.
Updike - Biografie von V. Hage
Für den Anfang recht gut. Das "Problem" bei den wirklich ganz guten Autoren: Ihr Werk überragt das Leben turmhoch, so dass die Biografien gar nicht mehr so spannend. Und macht man dann eher eine Werkschau, wie hier, dann ist es immer ein bißchen wie ein zu schneller, hastiger Gang durch eine Galerie, oder bei Updike vielleicht eher eine Messe, bei dem man sich ständig vornimmt, hier noch mal herzukommen, um dieses oder jenes mit mehr Muse zu betrachten. Aber für den Überblick sind diese Bücher auch wieder notwendig. Man vergisst schlicht, welche Updike-Bücher man noch gar nicht kennt.
Isler - Der lebende Beweis
Ganz nett, aber nicht unbedingt begeisternd. Habe wohl langsam diese Gelehrtenromane langsam über und sollte mal wieder zu Handfestem greifen.
Monday, October 15, 2007
Isler
Beweis irgendwas. Ganz nette Campus-Lektüre. Nichts besonderes. Bis jetzt.
(Es wartet: Das Haus)
(Es wartet: Das Haus)
Thursday, October 04, 2007
Meaulnes, der große
Ein Abenteuerroman im weitesten Sinne. Meaulnes, der starke Held, ernst und ungeschickt, zu jeder Tat bereit, sich selber aber nicht kennend. Ein Spielball des Geschicks, wie man sagt. Am Ende bleibt ihm nicht viel mehr als nichts. Ebenso wie dem Erzähler, der vielleicht die ergreifenste Figur ist, Beobachter und Randsteher, denoch mutig, aber alles bescheidener, als beim anderen. Die langen Pausen und Schweigsamkeiten in einer Märchenlandschaft.
Monday, October 01, 2007
die stunde
sehr schönes buch. interessante anlage. ein frauen- und homosexuellen-triptichon rund um den suizid.
Friday, September 21, 2007
metaphysisch arme schlucker
die habenichtse.
ein buch, das bewegt, jedenfalls. schön, manchmal ein wenig dunkel, auch brutal. es geht um leute, die nichts haben aber versuchen, etwas zu bekommen. was ist dieses "nichts"? in diesem nichts - einer typischen kontextualen leerstelle, könnte ein literaturwissenschaftler sagen - tauchen zeitweise verschiedene sachen/ideen/personen auf, die es sporadisch überdecken, nicht ausfüllen: eine ehe z.B., ein ortswechsel, eine katze, sex in verschiedenen variationen, arbeit, vergangenheit. aber als fehlte den menschen die nötigen schnittstellen dafür, bleibt nichts davon haften, verschwindet wieder. das löst bei den einen depressionen aus (nicht melancholie), bei den anderen wut.
ein buch, das bewegt, jedenfalls. schön, manchmal ein wenig dunkel, auch brutal. es geht um leute, die nichts haben aber versuchen, etwas zu bekommen. was ist dieses "nichts"? in diesem nichts - einer typischen kontextualen leerstelle, könnte ein literaturwissenschaftler sagen - tauchen zeitweise verschiedene sachen/ideen/personen auf, die es sporadisch überdecken, nicht ausfüllen: eine ehe z.B., ein ortswechsel, eine katze, sex in verschiedenen variationen, arbeit, vergangenheit. aber als fehlte den menschen die nötigen schnittstellen dafür, bleibt nichts davon haften, verschwindet wieder. das löst bei den einen depressionen aus (nicht melancholie), bei den anderen wut.
Sunday, September 16, 2007
terrorist
las das sehr schnell, updike wie gewohnt meisterhaft. wie er es schafft, das geschehen atmosphärisch zu verdichten ist jedesmal grandios. dabei geschieht wie immer herzlich wenig, oder man merkt kaum, dass etwas geschieht. aber das stimmt so auch nicht, im vergleich zu anderen romanen geschieht wiederum ziemlich viel. da ist also ahmed, ein 18-jähriger highschool-absolvent. er ist strenggläubiger moslem, gott ist ihm näher, als die halsschlagader. außer diesem gott hat ahmed in dieser welt herzlich wenig: eine mutter, die er zwar liebt, aber auch verachtet, eine minimale, kaum eingestandene und ausweglose liebelei zu einer mitschülerin, die später zu einer prostituierten wird und die er von seinem mentor spendiert bekommt, ehe der countdown zu seiner selbstopferung beginnt. darüber hinaus nur leere und einen an satres ekel erinnernden abscheu vor unreinheit der teufel amerikas. über seinen imam werden die vertreter des terrorsnetzes auf ihn aufmersam und beginnen geschickt mit der instrumentalisierung: erst wird er lasterfahrer für eine möbelhandlung, doch dies dient nur der tarnung und vorbereitung für ein attentat: er soll einen lastwagen in den licoln-tunnel fahren und am schwächsten punkt sprengen.
das würde er vielleicht auch tun, wenn sich im letzten augenblick nicht ein beratungslehrer -ein depressiver, atheistischer jude - auf den beifahrersitz schwingt und versucht, ihm im letzten augenblick dazu zu überreden, abzulassen.
nun: faszinierend: ein roman über unterschiedliche Umgehensweisen mit dem metaphysisch leergefegten universum. ein altes thema, sicher. neu aber: auch ein terrorattentäter kann zunächst ein weißes blatt sein. er entscheidet sich eben dafür, die leere mit der geschichte des heroischen selbstopfers zu füllen. der selbstmordattentäter als existentialist. und kurz bevor es zu spät ist, nutzt er die freiheit, sich doch noch einmal anders zu entscheiden.
der schluss ist aber deshalb noch allzu optimistisch, denn sein gott ist weg - die teufel haben ihn ihm genommen. ein abgesang an die religion klingt hier verhalten an. bitter irgendwie
das würde er vielleicht auch tun, wenn sich im letzten augenblick nicht ein beratungslehrer -ein depressiver, atheistischer jude - auf den beifahrersitz schwingt und versucht, ihm im letzten augenblick dazu zu überreden, abzulassen.
nun: faszinierend: ein roman über unterschiedliche Umgehensweisen mit dem metaphysisch leergefegten universum. ein altes thema, sicher. neu aber: auch ein terrorattentäter kann zunächst ein weißes blatt sein. er entscheidet sich eben dafür, die leere mit der geschichte des heroischen selbstopfers zu füllen. der selbstmordattentäter als existentialist. und kurz bevor es zu spät ist, nutzt er die freiheit, sich doch noch einmal anders zu entscheiden.
der schluss ist aber deshalb noch allzu optimistisch, denn sein gott ist weg - die teufel haben ihn ihm genommen. ein abgesang an die religion klingt hier verhalten an. bitter irgendwie
Wednesday, September 12, 2007
schillers schreibtisch
habe sehr viele kühn-bücher herumliegen - dank der walther-lektüre. macht in der regel spaß, nur hier bröselkt es etwas auseinander. auch nerven die all zu pedantischen reflexionen zum arbeitsprozess. dafür werden viele interessante sachen ausgegraben.
fazit: kühn-bücher liest man immer irgendwie gerne und flott,
fazit: kühn-bücher liest man immer irgendwie gerne und flott,
was man lesen soll
von walther. mag solche belletristischen literaturgeschichten. allerdings hier etwas ostlastig. blätterte drüber.
troja haefs
das erste buch von haefs. sehr interessant, nur leider etwas rücksichtslos, was das aufnahmevermögen des lesers in bezug auf fremde kulturbezeuchnungen, namen, regionen betrifft. aber ansonsten mag ich dieses neuerzählen von mythen, diese mythos- und geschichtslektionen en passant. man lernt in geschichten, das weiß die pädagogik kaum. wo lernt man so viel über den ns-nährboden als im dr. faustus? und hier erklärt zeigt sich manches tohubawohu des mittelmeerraums.
habe auch seinen alexander bereit liegen.
habe auch seinen alexander bereit liegen.
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