Ein Blog über das Stöbern im Grenzland zwischen U und E. Ausflüge ins Landesinnere inklusive.
Monday, August 23, 2010
Fred Vargas - Der verbotene Ort
Das Besondere an "Der verbotene Ort": Vargas gelingt es, anregend und erfrischend über das inflationäre Vampir-Genre zu schreiben. Man erfährt dabei nicht nur weitere Details zum Thema, auch der Rahmen - Serbien, Blutfehde, Aberglaube - ist durchaus authentisch.
Saturday, July 31, 2010
Cervantes von Bruno Walter
Kleines Buch in kristallklarer Prosa. Kann mich nicht erinnern, schon einmal etwas von gleichem Fluss und Rhythmus gelesen zu haben.
Sehr sympathisch die Figurenzeichnung. Erinnerung an Penzoldt. So angenehm sind die Figuren übrigens bei Thomas Mann nie. Bei den Buddenbrooks, Castorp, auch beim Joseph schwebt ist immer so eine Selbstverliebtheit mit, die es einen schwer macht, ihnen rückhaltlos zu verfallen.
Gekauft gebraucht über Amazon, die Seiten schon so brüchig, dass man sie vorsichtig wenden muss.
rororo Nr. 70. Ganz früher Planet des wunderbaren Rowolt-Universums. Kannte mal jemanden, dessen Ehrgeiz es war, hier bei den frühen komplett zu sein bis 200.
Ich habe immerhin 5, 15, 35, 59, 64, 150, 170. Und viele höhere Nummern.
Man kann sicherlich Unchamanteres sammeln.
Friday, July 30, 2010
Faserland - Christian Kracht
Melancholie- und alkoholgetränkte Deutschlandreise von Westerland bis Thomas Manns Grab. Sound und Milieau ähnlich E.B. Ellis. Länge genau richtig. Sehr guter Schluss. Überhaupt formal und stilistisch weit über dem hierzulande Üblichen.
Tuesday, July 27, 2010
Deine Augen hat der Tod
Themen: Literatur, Parallelidentitäten, Tod, angeborene Einsamkeit.
Alles von Sallis besorgen.
Wednesday, July 21, 2010
Abgebrochenes
LITERATENSPIELE
Drei renomierte Autoren geben Schreibseminar auf dem Land. Sie beharken sich oder springen zusammen in die Kiste. Die Auseinandersetzungen ändern das Bild, das sie sich von ihrem Beruf und dem damit verbundenen Dasein gemacht haben.
Nettes kleines Lustspiel. So was Unbeschwertes findet man hier selten.
Thursday, July 01, 2010
Maues Lesejahr
- Der Idiot (neuübversetzt von der Geyer) - auch nicht mehr sp packend, wie beim ersten Mal. So geht es mir mit allen Dostojewski-Sachen. Ist ein bissl wie bei Hesse. Mit zunehmenden Alter wird man tolstoianischer.
- Der Mann ohne Eigenschaften - zur Hälfte, als Lesung von Berger. Stilistisch sehr interessant. Inhaltlich - naja, vieles ist halt schon Welt von gestern.
- Holzfällen - Thomas Bernhard ist immer eine mentale Reinigung
Saturday, May 08, 2010
Regenkatze - Sarah Kirsch
Saturday, May 01, 2010
Verratene Vermächtnisse - Milan Kundera
Kundera hat eine eigene, sehr eingängige Theorie des Romans entwickelt. Irgendwo zwischen Philosophie und Psychologie verortet, dienen Romane dazu, eine menschliche Seinsmöglichkeit zu entdecken, der sich die Menschheit zuvor noch nicht bewusst war. Daher stellt er die Phänomonologie über die Narration.
Aber diese Theorie steht in diesem Buch weniger im Vordergrund. Hier prangert Kundera den vielfachen Verrat an, den die (Nach-)Welt an den großen Künstlern verübt. Paradebeispiel: Max Brods Weigerung, dem letzten Willen Kafkas Folge zu leisten. Der Grundgedanke: Die Überlebenden verändern den Urtext, die Urpartitur, ja ganze Lebensentwürfe der Künstler, um sie einem vielfach banalerem Schema einzupassen. So etwa Brod in seinem Schlüsselroman über Kafka.
Weitere Beispiele: Die Vereinfachung Janaceks und Strawinskis durch Zeitgenossen oder die Verhunzung einer Hemingway-Story durch die wissenschaftliche "Interpretation."
Das Gute an dem Buch:
- Alles ist sehr eingängig und leicht, obwohl es sich um "pure" Theorie handelt.
- Kundera ist jemand, der die Welt und ihre vorgeblichen Wahrheiten immer wieder in Frage stellt und dadurch sehr viel Überraschendes ans Licht bringt.
Als nächstes werde ich den "Vorhang" wieder vornehmen.
Friday, April 02, 2010
Winter in Maine
Andrew Miller - Gabe des Schmerzes
Friday, March 26, 2010
Kind 44
Interessant das historische Genre, die Stalin-Ära als Krimistoff. Die Handlung wirkt etwas mechanisch. Ein netter Thriller, der noch ins Vorabendprogramm passt.
Sunday, March 07, 2010
Ein letzter Sommer - Steve Tesich
- Tesichs unglaubliche Kunst, diese einfachen, schon 1000 mal gehörten Umstände in jeder Szene frisch und spannend zu erzählen.
- Die dichte Atmosphäre; Melancholie plus Humor.
- Tolle Besetzung bis in die Nebenfiguren.
- Die jugoslawische Mutter ist eine der stärksten Mütter, von denen ich in neuen Romane gelesen habe.
- Die Szene, als dem todkranken Vater bei einem Spaziergang ein Hündchen auf den Schoß springt und der Erzähler ihn zum ersten Mal in seinem Leben glücklich sieht.
- Die schauderhafte Kälte mitten im Sommer, mit der der Tod in die Stadt einrückt.