- öde
- viele Möglichkeiten, alle ungenutzt.
- 250 Seiten zu viel
- einige lakonisch-poetische Passagen. Die lassen, vieles vom Rest streichen
- der schläfer? macht letztlich nichts.
Ein Blog über das Stöbern im Grenzland zwischen U und E. Ausflüge ins Landesinnere inklusive.
Sunday, June 03, 2007
Tote Seelen
Javier Marias endlich mal wieder. Was für ein Sound. Ein hervorragendes Buch.
Tuesday, May 22, 2007
Hemingway - mehr

Las auch wieder einige Geschichten, u.a. den Evergreen Katze im Regen. Außerdem Ein Gebirgsidyll. Würde gerne eine gute Biografie lesen, nicht nur die von K.S. Lynn, diese psychoanalytische Schwurbelei.
Minette Walters
Das Krimifieber kühlt langsam ab. Übergewissenhaft, zu viel Informationen, zum viel "Sozial-Problematik."
Zu lang.
Zu lang.
Hemingway - Paris

Immer wieder ein Fest, vor allem jetzt auch in der Hörbuchfassung mit Matthias Habbich. Einfach mit Zigarre auf dem Liegestuhl zurücklehnen, einen Steinkrug Bier dazu und weg.
Thursday, May 17, 2007
Wein auf Lebenszeit

Kusenberg. Das sind mal wirklich schöne Geschichten. Man will in sich hinein lachen. Einen Menschen mit solchen Geschichten würde man gerne kennen. Würde man gerne sein? (Aber da ist ja häufig ein Unterschied zwischen der Person und wie sie sich darstellt und den Geschichten. Hier will man das zwar nicht glauben, aber man hat doch den Verdacht, dass diese Kleinode nicht plauderweise mit Zigarre und so erzählt werden können.)
Es gibt sogar eine Seite:
http://www.kurt-kusenberg.de/
Don Juan/Felsfenster
Noch mal Don Juan, diesmal von Brückner gelesen, der zeigt, wie man sich für diese Texte zeit nehmen muss. Darf. Kann.
Felsfenster - Notate, Skizzen, lose hingeworfene Gedanken. Vielleicht die verträglichste Art von Literatur heute überhaupt. Immer ist diese Lektüre über die Maßen anregend. Trotzdem gönnt man sie sich nur nebenbei, fast unwillig, findet sie insgeheim nicht vollwertig, weil eben nur gescribbelt. Dabei ist doch seit der Romantik das Fragment eine anerkannte Form. Der Leser wird an den Texträndern selbst zum Dichter.
Aber man macht es zu selten. (Ähnlich wie bei den Kurzgeschichten). Man muss sich das öfters gönnen. Lohnt sich in jedem Fall.
Felsfenster - Notate, Skizzen, lose hingeworfene Gedanken. Vielleicht die verträglichste Art von Literatur heute überhaupt. Immer ist diese Lektüre über die Maßen anregend. Trotzdem gönnt man sie sich nur nebenbei, fast unwillig, findet sie insgeheim nicht vollwertig, weil eben nur gescribbelt. Dabei ist doch seit der Romantik das Fragment eine anerkannte Form. Der Leser wird an den Texträndern selbst zum Dichter.
Aber man macht es zu selten. (Ähnlich wie bei den Kurzgeschichten). Man muss sich das öfters gönnen. Lohnt sich in jedem Fall.
Capus Geschichten
Sehr schön für eine Zugfahrt von Frankfurt nach München. Scheinbar einfach, aber insgesamt eine Kette von lauter besonderen Perlen.
Highsmith
Las Tiefe Wasser. Sie ist eigentlich immer gut. Man liest sie zu selten. Das Dostojewski-mäßige in ihren Geschichten.
Dante Club
Einer von diesen literarischen Krimis, wie man sie liebt. Intelligent und amüsant und ganz nebenbei sehr bildsam. Lerne so etwas über die Firesite-Poeten kennen. Und dieses Gedicht von Longfellow:
Footsteps of Angels
Footsteps of Angels
When the hours of Day are numbered,
And the voices of the Night
Wake the better soul, that slumbered,
To a holy, calm delight;
Ere the evening lamps are lighted,
And, like phantoms grim and tall,
Shadows from the fitful firelight
Dance upon the parlor wall;
Then the forms of the departed
Enter at the open door;
The beloved, the true-hearted,
Come to visit me once more;
He, the young and strong, who cherished
Noble longings for the strife,
By the roadside fell and perished,
Weary with the march of life!
They, the holy ones and weakly,
Who the cross of suffering bore,
Folded their pale hands so meekly,
Spake with us on earth no more!
And with them the Being Beauteous,
Who unto my youth was given,
More than all things else to love me,
And is now a saint in heaven.
With a slow and noiseless footstep
Comes that messenger divine,
Takes the vacant chair beside me,
Lays her gentle hand in mine.
And she sits and gazes at me
With those deep and tender eyes,
Like the stars, so still and saint-like,
Looking downward from the skies.
Uttered not, yet comprehended,
Is the spirit's voiceless prayer,
Soft rebukes, in blessings ended,
Breathing from her lips of air.
Oh, though oft depressed and lonely,
All my fears are laid aside,
If I but remember only
Such as these have lived and died!
Monday, April 30, 2007
Greenblatt
Schöne Spekulationen, interessant erzählt. Aber wie immer bei Will: So viele "Könntes", "Vielleichts", "Hättes". Las den Anfang noch sehrt genau, dann habe ich es ein Paar Monate schleifen lassen und war am Schluss wieder gepackt, vor allem, als es um die tiefen - wenn auch wiederum sehr spekulativen - biografischen Spekulationen zu Hamlet, Lear und Macbeth ging.
Thursday, April 12, 2007
Krüger - Turiner Komödie
Nett - aber irgendwie weiß man nicht recht, wohin das ganze will bzw. wollte. Er hat das Vermächtnis seines ach so tollen Schriftstellerfreundes versehntlich vernichtet. Ist er ein Trottel oder der Schriftsstellerfreund, der sein letztes Werk unter diesem Brimborium in die Welt lassen will? Man ist geneigt letzterer, dieser Pseudotierfreund, der auf seinem Hausdach keine Arche, sondern ein Kreaturengulag hält.
Sunday, April 08, 2007
Aspern (Henry James I)


Obwohl mich das Porträt schon etwas gelangweilt hat, bin ich immer wieder neugierig auf Henry James. Das liegt natürlich daran, dass einem die englischen Autoren dauernd den Mund wässrig machen.
Ist es aber ein Autor, für den Sympathie und Begeisterung als Person größer sind als sein Werk? Vielleicht lese ich es aber auch nicht richtig. Aspern kam mir jedenfalls viel zu lang vor, was an Redundanzen und überflüssigen Erklärungen lag. Außerdem ist da ziemlich viel sprachlich Konventionelles, unoriginäres enthalten.
HAbe mir die Erzählungen gekauft. Mal sehen, was da passiert.
Friday, March 30, 2007
Stamm, in fremden Gärten
Gute Geschichten. Kunst der schmucklosen Darstellung.
Don Juan
Handke, lese sehr viel von ihm zur Zeit. Mag es, wieviel Bedeutung er der Literatur einräumt. Einer, der alles in Frage stellt, wie kein anderer. Er sieht die Welt wirklich neu.
gelesen/lesend
das braune mädchen
die mappe meines urgroßvaters
autor, autor
mutmaßungen über jakob (abgebrochen)
am felsfenster morgens
die mappe meines urgroßvaters
autor, autor
mutmaßungen über jakob (abgebrochen)
am felsfenster morgens
Wednesday, March 14, 2007
das braune mädchen
eine einfache geschichte, sehr schön. aus dem stifter-umfeld, da das motiv wohl was mit sifter zu tun hat bzw. auf eine erzählung anspielt. versuch einer abseitigen, idyllischen lebensform mit einem naturkind. scheitert, sobald sie mit den gesellschaftsintegrierten in berührung gerät, wie erwartet. noch 20 seiten. glaube es geht nicht gut aus. (wäre doch auch mal was? ich meine so ein: lebten glücklich bis ans ende. leistet sich keiner mehr.)
Sunday, March 04, 2007
schönheitslinie - lese jetzt stifter
Fertig. War ok. Nicht der Bringer, aber dann doch wieder recht schön.
Dafür jetzt Die Mappe Urgroßvaters in schöner Ausgabe ergattert und angefangen.
Dafür jetzt Die Mappe Urgroßvaters in schöner Ausgabe ergattert und angefangen.
Thursday, February 22, 2007
Vieles
Die Schönheitslinie
Faustus (Meyer)
Marlowe
Volksbuch
Entstehung des
Das neue Leben (Pahmuk)
Gedichte von CF Meyer
"Gestern saß er am Marktplatz, als ihn ein Frühlingskäfer heftig gegen die Stirn flog und ihn fast von der Kante der Bank stieß.
Viel hatte er der Welt nicht entgegenzusetzen."
Faustus (Meyer)
Marlowe
Volksbuch
Entstehung des
Das neue Leben (Pahmuk)
Gedichte von CF Meyer
"Gestern saß er am Marktplatz, als ihn ein Frühlingskäfer heftig gegen die Stirn flog und ihn fast von der Kante der Bank stieß.
Viel hatte er der Welt nicht entgegenzusetzen."
Friday, February 09, 2007
Tisch

Ich glaube, wenn es ein Buch über Tische gebe, ich würde stundenlang darin lesen oder besser noch: Bilder betrachten.
Wednesday, February 07, 2007
Dirac
Gestern Abend mit straker Tasse Tee und die neue Bloc Party, SPARTA und Killers im MP3-Player lange gelesen. Dabei gelacht, gestaunt und Tränen in den Augen gehabt. So schön klar und pointiert. Bei manchen Szenen gedacht: Schau an, das bist du ja selbst oder du warst es einmal. Die Ferienlagersachen, das romantische Kokettieren mit dem Kommunismus, die Russlandsehnsucht. (Ich weiß noch, wie wir uns unterhielten, Schlotter, Maune und ich, darin übereinstimmend, dass wir lieber nach Russland gingen, als in die USA. Irgendwann in den 80er Jahren. Cold War Kids. )
Dath - mehr, bitte, mehr.
Dath - mehr, bitte, mehr.
Wednesday, January 31, 2007
Vorgeschichte

Die Silmarillion sind der GRund dafür, dass "Herr der Ringe" so ungeheuer kompakt und dicht vor uns steht. Die Silmarillion bestätigen, dass es diesen erahnten Resonanzkörper tatsächlich gibt. Was geschieht, hat seine Ursprünge tief in der Zeit. Es sind simple Dinge: Durst nach Macht lässt immer wieder das Gleichgewicht der Welt kippen, durch Kriege wird die verlorene Harmonie widerhergestellt. Doch immer bleibt ein Rest übel, der wächst und wieder niedergerungen werden muss usw. usf.
Das besondere liegt tatsächlich daran, dass es es ganz und gar archaisch anmutender Mythos ist, verfasst von einem Autoren, der in Mtten der Moderne lebt.
Aber das wurde alles schon gesagt. Es ist ja auch so, dass man zu dieser Art Basisgeschichten nicht viel sagen kann. Sie sind einfach da.
Wednesday, January 17, 2007
England

So viele Geschichten und die, die sie aufschreiben. Die Lust an Historie und Mythen.
Tolkien, Scott.
Shakespeare,
Byron, Shelley, Keats.
Die grünen Hügel.
London. Chestertin, Ackroyd. Kingley Amis und Martin und dessen Hauptsachen. Eitel Freude allüberall.
Thursday, January 04, 2007
regennächte

die dunkle gesellschaft von loschütz. hatte mir ehrlich gesagt mehr erwartet. manchmal scheinen bücher ein geheimnis zu bergen, aber sie schaffen es nicht, den leser der mühe zu überheben, sie lüften zu wollen. dabei wollte ich es unbedingt lesen, ab dem augenblick, als ich es zum ersten mal in der buchhandlung gesehen habe. es hielt nicht.
Alles was du brauchst - Ende

eines von diesen büchern, von denen man wünscht, dass sie einen begleiten. im gedächtnis bleibt: der einbruch und die rettung sophies, der hund, dieser mann, die amtosphäre. schreiben bedeutet, eine anderes leben wählen.
Wednesday, December 06, 2006
Alles was du brauchst

Seit Weihnachten vor zwei (oder drei) Jahren im Regal. Jetzt herausgeholt und angefangen. Schwerblütige Vater-Tochter-Geschichte. Über 500 Seiten. Arbeit.
Thursday, November 30, 2006
Kameramörder

Dass mich das Ende dann doch tatsächlich überrascht hat. Klar, man sucht nach dem Mörder, die Hinweise, dass er uns sehr nah sein muss, sind nicht zu übersehen, aber so nah? Vielleicht bin auch einfach nur auf dem Schlauch gestanden.
Das ganze auch als Stilexperiment interessant. Passt in die aktuelle "Authentizitätsdebatte". Wenn es denn gerade eine solche gibt. Aber die Frage ist für die Literatur kein TRendthema, sondern essentiell.
Galvinic versucht das mit der Simulation einer echten Protokollsprache eines Nichtschreibers mit allen schiefen Metaphern und falschen Vergleichen und Abstraktionen. Das hält man normalerweise nicht lange aus - und Gott sei Dank hat das Buch nur 150 Seiten - aber es gelingt. Ist alles sehr anschaulich.
Dennoch vermisst man das: Die Musik, das Poetische. Klingt veraltet, ist aber so.
Friday, November 10, 2006
Will in der Welt
Und ich las in diesem Herbst viel über die Shakespeare'sche Zeit. Erfuhr manches über katholische Köpfe auf Brückenpfeilern, Bärenhatz, Marlows Studien und die Energie seiner Helden.
Will, damals.
Will, damals.
Herbst -

Dreckiges Laub in den Straßen.
Mehr Mitleid für Obdachlose, abgewendete Blicke
Tiefe der Himmel und der Abwasserkanäle.
Ritter,, Tod & Teufel
und solche Bilder auf Yahoo
Lesen schärft Sehen - Tobias Wolff, Alte Meister

Alte Meister von Tobias Wolff im Zug gelesen. In Stimmung versetzt. Mood.
Man sieht besser bei solcher Lektüre: Die großen runden Augen der Frau in der S-Bahn gegen über, bedenklich (wenn nicht kummervoll) den Blick auf einen dreckigen Winkel unter der Sitzbank gerichtet, auf der ich mit dem Buch saß; der Bärtige mit dem Heavy Metal-T-Shirt (nicht Slayer), der auf der Rolltreppe nicht aufhören konnte in seinem englischen Taschenbuch zu lesen; die Bäume im Nebel in der Senke des Ammersees, vereinzelt oder in konspirativen Gruppen; die große Höckernase, das starke Kinn und der straffweiße Scheitel der jungen Frau, die ihre Tasche festhält, als sei es ihr Herz, voller Bücher steckend wahrscheinlich und Notizen und Krümel des Pausebrotes, das sie noch als Schülerin aß.
Lesen ist herrlich, wenn man schlendernd in einem Buch spazieren gehen kann.
Thursday, November 09, 2006
Tod in Venedig
In einer neuen Lesung mit Wamling. Gut, weil es mich langsam und besinnlich - "sinnend" - machte. Es ist eine meisterhafte Geschichte, wie man so sagt, da sitzt jede Silbe, jedes Satzzeichen und man bekomt lesend den Eindruck extremer Handwerklichkeit. Das ist kein Nachteil, sondern genau das, was einen die Geschichte heute nich bewundern lässt. Der Aufbau, die Beobachtungen, die gewollte Künstlichkeit des Stils, alles gleichermaßen maßvoll und kalkuliert. Manche sagen ja, das sei Edelkitsch. Vorwerfend. Warum eigentlich. Woher der Verwerfungszwang. Jemand, der das despektiertlich als Edelkitsch bezeichnet hat es nicht begriffen. (Aber die Begründung zählt nicht.)
Lento
Zur Zeit:
Will in der Welt
Alte Meister
Zeit
Hunde von Pompeii
Versuche wieder, lento zu lesen und die Dinge zu behalten. Jedenfalls die Struktur und den Aufbau. Alles andere ist ja sinnlos.
Will in der Welt
Alte Meister
Zeit
Hunde von Pompeii
Versuche wieder, lento zu lesen und die Dinge zu behalten. Jedenfalls die Struktur und den Aufbau. Alles andere ist ja sinnlos.
Hammsfahr
Das Setting sehr vielversprechend. Dann aber die Auflösung ermüdend.
Monday, October 16, 2006
Stephen King Biografie/Sara/Schwarz
Las eine Stephen KIng-Biografie, habe aber vergessen, von wem. Ziemliche Eloge. Aber gut zu lesen.
Sara: Ein sehr anrührendes Buch, wenngleich an manchen Stellen etwas zu viel Überflüssiges. Interessant immer wenn es um das Schreiben geht. Wäre das der letzte King-Roman, könnte man annehmen, er lässt das Schreiben oder jedenfalls das Genre. Was aber auch immer das einig Minderwertige ist bei ihm. Immer ist es ein toller Aufbau und ein enttäuschendes Splatterfinale mit irgendeiner Form von Monster. Ich will nicht sagen, dass es die Sache entwerten würde. Hinterlässt aber immer einen etwas schalen Nachgeschmack.
Schwarz: Garn, das völlig frei gesponnen wird. Dass hier alles möglich erscheint ist einerseits das Gute daran, aber auch immer eine Schwäche. Wenn die Helden in der Miene von irgendwelchen Schwammkopfmonstern angefallen werden, dann ist da wenig Überraschungspotenzial. Das nur beliebige ist schwach, denn es folgt keiner sichtbaren inneren Notwendigkeit.
In Schwarz werden viele Türen aufgemacht. Einige scheinen interessant. In anderen lauert der alte staubige Hut namens Splatter.
Die Frage: Der Turm hat sieben Bände. Will ich diese lange Lesereise auf mich nehmen? Es ist schließlich kostbare Lesezeit.
Dagegen sprechen: Beliebigkeit, Genreverhaftetheit, Banalitäten, Splatteröde.
Dafür: Wie entspinnt sich das heilioge Garn. Was für Gesichte, was für Geschichten sind in diesen Teppich eingewoben? Und: Was hat der Meister über die Zone, die Region, das unentdeckte Land zu sagen?
MAn will immer beides: Anspruch und Geschichten.
Sara: Ein sehr anrührendes Buch, wenngleich an manchen Stellen etwas zu viel Überflüssiges. Interessant immer wenn es um das Schreiben geht. Wäre das der letzte King-Roman, könnte man annehmen, er lässt das Schreiben oder jedenfalls das Genre. Was aber auch immer das einig Minderwertige ist bei ihm. Immer ist es ein toller Aufbau und ein enttäuschendes Splatterfinale mit irgendeiner Form von Monster. Ich will nicht sagen, dass es die Sache entwerten würde. Hinterlässt aber immer einen etwas schalen Nachgeschmack.
Schwarz: Garn, das völlig frei gesponnen wird. Dass hier alles möglich erscheint ist einerseits das Gute daran, aber auch immer eine Schwäche. Wenn die Helden in der Miene von irgendwelchen Schwammkopfmonstern angefallen werden, dann ist da wenig Überraschungspotenzial. Das nur beliebige ist schwach, denn es folgt keiner sichtbaren inneren Notwendigkeit.
In Schwarz werden viele Türen aufgemacht. Einige scheinen interessant. In anderen lauert der alte staubige Hut namens Splatter.
Die Frage: Der Turm hat sieben Bände. Will ich diese lange Lesereise auf mich nehmen? Es ist schließlich kostbare Lesezeit.
Dagegen sprechen: Beliebigkeit, Genreverhaftetheit, Banalitäten, Splatteröde.
Dafür: Wie entspinnt sich das heilioge Garn. Was für Gesichte, was für Geschichten sind in diesen Teppich eingewoben? Und: Was hat der Meister über die Zone, die Region, das unentdeckte Land zu sagen?
MAn will immer beides: Anspruch und Geschichten.
Monday, October 02, 2006
Neues vom Meister
Mein jährlicher King-Rückfall. Kaufte:
Sara
Atlantis
Das große King-Buch
Eine Bio
und kramte einiges aus dem Speicher meiner Eltern hervor (Salem, Gesang der Toten, Todesmarsch - dass dieses BUch einer seiner ersten Romane war, ich kann mich an so vieles erinnern).
Schwer zu sagen, warum ich immer wieder darauf zurück komme. Vielleicht hat das was mit Prägung zu tun. Jedenfalls ist mir heute kaum ein Schriftsteller näher, als Stephen King.
Dass es Horror ist, nehme ich als Nebensache mit. Ich mag das Genre ja, denn es ist ein Romantisches und es geht dabei um die Romantisierung der Welt und die immer interessanten Abgründe. ETA Hoffmann, Poe, ja auch Novalis zählen zu den Ahnen.
Las Schwarz. Man spürt, dass es ein Frühwerk ist. Manchmal sehr beliebig, manchmal geradezu schlecht und nach Parodie schreiend. MAnchmal aber visionär und durch die enorme Bildhaftigkeit beglückend.
Sara. Eines von den guten, man merkt es gleich, obwohl der Meister diesmal sehr lange braucht, um in den Rhythmus zu finden. Aber: Ich liebe es und ahne vieles.
Sara
Atlantis
Das große King-Buch
Eine Bio
und kramte einiges aus dem Speicher meiner Eltern hervor (Salem, Gesang der Toten, Todesmarsch - dass dieses BUch einer seiner ersten Romane war, ich kann mich an so vieles erinnern).
Schwer zu sagen, warum ich immer wieder darauf zurück komme. Vielleicht hat das was mit Prägung zu tun. Jedenfalls ist mir heute kaum ein Schriftsteller näher, als Stephen King.
Dass es Horror ist, nehme ich als Nebensache mit. Ich mag das Genre ja, denn es ist ein Romantisches und es geht dabei um die Romantisierung der Welt und die immer interessanten Abgründe. ETA Hoffmann, Poe, ja auch Novalis zählen zu den Ahnen.
Las Schwarz. Man spürt, dass es ein Frühwerk ist. Manchmal sehr beliebig, manchmal geradezu schlecht und nach Parodie schreiend. MAnchmal aber visionär und durch die enorme Bildhaftigkeit beglückend.
Sara. Eines von den guten, man merkt es gleich, obwohl der Meister diesmal sehr lange braucht, um in den Rhythmus zu finden. Aber: Ich liebe es und ahne vieles.
Angstblüte
Walser hat wie immer ein interessantes Thema und schreibt einen geistvollen Stil. Werde aber nicht warem damit. Und schaffe die letzten 20 Seiten nicht. Brauche jetzt unbedingt etwas warmes, lebendiges, großes Kino. Brauche den Meister...
Henry James Lady
Angesteckt von Vollmann. Es war zwat langweilig, war aber auch schön. Wie wenn man halt mit einer Lady zusammen ist, die zwar sehr hübsch und anmutig ist, bei der man aber doch die ein oder andere Gesprächspause durchwarten muss.
Thursday, August 24, 2006
Irrungen, Wirrungen
Fontane mal wieder. Eine seiner typischen, sehr einfachen Geschichten von Standesunterschieden und abgebrochenen Liebesverhältnissen und alle finden sich drein. Das Schlusswort ist herrlich. Ein sehr schönes, kleines Buch.
Jesus von Texas
Brillant.
Mehr fällt einen kaum ein. So ein Buch wurde hierzulande noch nicht geschrieben. Dagegen wirken die frühen Krausser-Sachen unprofessionell.
Mehr fällt einen kaum ein. So ein Buch wurde hierzulande noch nicht geschrieben. Dagegen wirken die frühen Krausser-Sachen unprofessionell.
Pater Amaro
Ein echter 19 Jht-Roman, den ich gefressen habe, wie einen Stephen King-Krimi. Sehr schön alles: Die Leute, die Landschaft, der Plott, die Anlage. Eine echte Entdeckung und mein erstes Portugalbuch.
Ignaz
Das Buch, das Simon mir geschenkt hat. Verteufelt gut und die optimale Lektüre für meinen Bekannten Hase, der sich an solchen sprüchen sicher aufgeilt. Sie sind auch sehr gut. Und tatsächlich wurde ihm das Buch bei Amazon empfohlen. Ein im Gedächtnis bleibender Einzelfall.
Was vom Tage übrig blieb
Benchmark zum Thema Service-Orientierung. Ein sehr schönes Buch, auch wenn so eine Art Rollenprosa immer etwas unfaires der Figur gegenüber hat. Wir - der Leser und der Autor - wissen mehr als der Erzähler, der gleichzeitig die Hauptfigur ist. Aber sehr sauber und stark sind die Brüche in der Figur, seine halbbewussten Lügen, seine Lebenslüge, die eigentlich gar keine ist. Er hat sich eben diese äußere Form gegeben und sie verinnerlicht. Es gibt bestimmt unglücklichere Typen. Ein interessantes und vilefach anregendes Werk in blitzsauberen Stil.
Monday, July 17, 2006
Der Zentauer
Updikes Vater-Sohn-Geschichte. Das Porträt des Vaters ist wirklich sehr anrührend und auch die Idee einer mythologischen Parallelwelt ist immer wieder sehr reizvoll: Wir sind nicht nur wir und hier, sondern hier ist auch anderswo und da sind wir ein alter Zentauer oder Prometheus und die Sportlehrerin ist Aphrodite und ihr Mann der Mechaniker ihr betrogener Hepheist und der Schuldirektor ist natürlich Zeus.
Das ganze spielt an wenigen Tagen im Winter, Vater und Sohn kommen einfach nicht nach Hause, einmal, weil das Auto nicht will, dann verhindert der Wettergott persönlich, dass sie in das abgelegene Farmhaus zurückkehren können, wo die Mutter wartet und an ihren Männern verzweifelt. Der Vater ist der Zentauer, der sich für den Sohn opfert, weil sein Leben eh von einer unheilbaren Verwundung zerstört ist. Die Verwundung äußert sich in der eigentümlichen, weil vom Vater nur immer aber dafür fortwährend und fast manisch behaupteten eigenen Unfähigkeit im Beruf, als Vater, als Ehemann oder als allgemein gemeinnütziges Wesen. Dem Sohn ist das sehr peinlich, zumal er den Vater liebt. Das führt dazu, dass der Beschützerinstinkt bei beiden eigentümlich verkehrt ist.
Viele Updike-Themen: Kunst, Hautausschlag, Kleinstadt, ein Farmhaus ab vom Schuss, wo die Mutter regiert, Tierliebe, Fremdgehen als kontinuierliche Alltagschance.
Obwohl ich Updike vergöttere und für den größten zeitgenössischen Schriftsteller halte ...ich habe mich doch über manche minutiös-lyrische Beschreibung ein wenig gelangweilt. Manchmal tut er einfach zu viel und übertreibt es, aber das gehört auch zu ihm, macht ihn eher noch größer, es ist eine Art Religion, eine Feier des Alls, ein Begrüßen der Welt, in welcher Erscheinungsform sie sich auch darbietet...
Gut ist es, immer noch ein paar Updikes zuhause zu haben.
Ist wie mit der Flasche Wein, der sprichwörtlichen.
Das ganze spielt an wenigen Tagen im Winter, Vater und Sohn kommen einfach nicht nach Hause, einmal, weil das Auto nicht will, dann verhindert der Wettergott persönlich, dass sie in das abgelegene Farmhaus zurückkehren können, wo die Mutter wartet und an ihren Männern verzweifelt. Der Vater ist der Zentauer, der sich für den Sohn opfert, weil sein Leben eh von einer unheilbaren Verwundung zerstört ist. Die Verwundung äußert sich in der eigentümlichen, weil vom Vater nur immer aber dafür fortwährend und fast manisch behaupteten eigenen Unfähigkeit im Beruf, als Vater, als Ehemann oder als allgemein gemeinnütziges Wesen. Dem Sohn ist das sehr peinlich, zumal er den Vater liebt. Das führt dazu, dass der Beschützerinstinkt bei beiden eigentümlich verkehrt ist.
Viele Updike-Themen: Kunst, Hautausschlag, Kleinstadt, ein Farmhaus ab vom Schuss, wo die Mutter regiert, Tierliebe, Fremdgehen als kontinuierliche Alltagschance.
Obwohl ich Updike vergöttere und für den größten zeitgenössischen Schriftsteller halte ...ich habe mich doch über manche minutiös-lyrische Beschreibung ein wenig gelangweilt. Manchmal tut er einfach zu viel und übertreibt es, aber das gehört auch zu ihm, macht ihn eher noch größer, es ist eine Art Religion, eine Feier des Alls, ein Begrüßen der Welt, in welcher Erscheinungsform sie sich auch darbietet...
Gut ist es, immer noch ein paar Updikes zuhause zu haben.
Ist wie mit der Flasche Wein, der sprichwörtlichen.
Wednesday, July 05, 2006
Eisvogel
Die Anziehung des Titels, des Covers und der Vorschusslorbeeren war gewaltig und so habe ich kurzerhand zugegriffen und auch gleich angefangen, dies, obwohl sich gerade sehr viele andere Bücher um mich herumstapeln, denen ich förmlich entgegenfiebere. Ich las das erste Kapitel (Kapitel? Abschnitt? Beschreibungswelle?) im Spätzug aus München in einem überhitzten und überfüllten Abteil voller Business Men und Women, die nervös auf Laptoptastaturen eindroschen, argwöhnisch Kurzmitteilungseingänge beäugten oder mit den gelben Seiten der FTD raschelten. Aber das spielte keine Rolle. Ich wusste, dies war ein Buch, das es langsam zu lesen galt. Hier geht es um Beschreibungen, Sichtbarmachen einer Welt.
Dachte ich. Doch dann wurde mir gleich zu Beginn die Fetzen eines Krimiplotts um die Nase gehauen. Ein Schuss, ein Mord, dann 300 Seiten Aufdröselung wie es dazu kam.
Wie kam es dazu? Ich weiß es nicht und es interessiert mich auch nicht sehr. Denn der Krimi in Eisvogel, ebenso wie das ganze klischeesatte pseudopolitische Setup sind enttäuschend, ja geradezu lästig.
Man könnte eine ganze Liste an Dingen aufstellen, die in dem Buch zum Weinen sind:
- Der Held. Ein Möchtegern Non-Konformist, letztendlich spießbürgerlich zum Erbrechen. Pseudointellektuell, man möchte sich in allen Punkten den Urteilen seiner Schwester und seines Vaters anschließen. Sein Selbstmitleid ist unerträglich, der Leser wünscht sich ihn zum Teufel.
- Der Pseudo-Byron Kaltwasser. Eine Figur vom Reißbrett.
- Dieser ganze pseudorechte Schmuh, langweilig, veraltet. Wie gerne würde man mal eine Reportage aus dem wirklichen Milieu lesen.
- Die meisten "Außenkommentare" fremder Stimmen. Überflüssig.
Was kann bleiben:
- Manuela
- Der Philosophieprofessor als Messie
- Einige Beschreibungen
- Einige Jugendszenen aus Südfrankreich
Fazit: Da wurde einiges zusammengemanscht, um dem ganzen Länge zu geben. Das beste wäre, den ganzen Torso in einige Einzelerzählungen zerschlagen (wie es vielleicht ursprünglich gedacht war). Die Thriller-Konstruktion trägt das alles nie und nimmer. Sie erscheint wie ein Vorwand.
Der Eisvogel, das sollte eigentlich ein schmaler Band mit fünf bis sieben Erzählungen sein, die einen sensiblen Beobachter zum Mittelpunkt haben, der ein wenig impressionistisch, aber nicht weinerlich an der Welt leidet. Leider ist er ein pseudoaktueller, pseudophilosophischer Pseudothriller, der einen mehr Lesezeit kostet, als er am Ende Wert ist.
Dachte ich. Doch dann wurde mir gleich zu Beginn die Fetzen eines Krimiplotts um die Nase gehauen. Ein Schuss, ein Mord, dann 300 Seiten Aufdröselung wie es dazu kam.
Wie kam es dazu? Ich weiß es nicht und es interessiert mich auch nicht sehr. Denn der Krimi in Eisvogel, ebenso wie das ganze klischeesatte pseudopolitische Setup sind enttäuschend, ja geradezu lästig.
Man könnte eine ganze Liste an Dingen aufstellen, die in dem Buch zum Weinen sind:
- Der Held. Ein Möchtegern Non-Konformist, letztendlich spießbürgerlich zum Erbrechen. Pseudointellektuell, man möchte sich in allen Punkten den Urteilen seiner Schwester und seines Vaters anschließen. Sein Selbstmitleid ist unerträglich, der Leser wünscht sich ihn zum Teufel.
- Der Pseudo-Byron Kaltwasser. Eine Figur vom Reißbrett.
- Dieser ganze pseudorechte Schmuh, langweilig, veraltet. Wie gerne würde man mal eine Reportage aus dem wirklichen Milieu lesen.
- Die meisten "Außenkommentare" fremder Stimmen. Überflüssig.
Was kann bleiben:
- Manuela
- Der Philosophieprofessor als Messie
- Einige Beschreibungen
- Einige Jugendszenen aus Südfrankreich
Fazit: Da wurde einiges zusammengemanscht, um dem ganzen Länge zu geben. Das beste wäre, den ganzen Torso in einige Einzelerzählungen zerschlagen (wie es vielleicht ursprünglich gedacht war). Die Thriller-Konstruktion trägt das alles nie und nimmer. Sie erscheint wie ein Vorwand.
Der Eisvogel, das sollte eigentlich ein schmaler Band mit fünf bis sieben Erzählungen sein, die einen sensiblen Beobachter zum Mittelpunkt haben, der ein wenig impressionistisch, aber nicht weinerlich an der Welt leidet. Leider ist er ein pseudoaktueller, pseudophilosophischer Pseudothriller, der einen mehr Lesezeit kostet, als er am Ende Wert ist.
Tuesday, July 04, 2006
Lichtjahre
So wünscht man sich ein Buch über Literatur, genau so. Witzig, informativ, reich an Anekdoten, subjektiv und voller selbst Erlebten. Authentische LIteraturgeschichte, die Lust auf all die Autoren und Bücher macht, die das Glück haben, aufgenommen worden zu sein. Las es und schlug es vorne wieder auf, um es noch mal zu lesen. Und bestellte massenweise Bücher und lese sie auch. Großartig.
Tuesday, June 20, 2006
Die Stadt hinter dem Strom
Sehr düster, sehr getragen, sehr schleppend. Aber, habe es erst mal wieder zurück ins Regal gestellt. Glaube, dass es gut ist. Ist nur nicht die Zeit dazu.
Anregend übrigens das Motiv der Stadt der Toten, das Zwischenreich, die totale Fremde.
Phänomen: Als ich einer Kollegin den "Plot" erzählte, war sie ganz angetan davon und will das Buch unbedingt lesen.
Anregend übrigens das Motiv der Stadt der Toten, das Zwischenreich, die totale Fremde.
Phänomen: Als ich einer Kollegin den "Plot" erzählte, war sie ganz angetan davon und will das Buch unbedingt lesen.
Literaturzeitschriften
Die Horen, Volltext, Am Erker, Schreibheft
http://www.die-horen.de/
http://www.schreibheft.de/
www.volltext.at
www.am-erker.de
Immer wieder Fundgruben für Anregungen. Blättern, lesen, unterscheiden, schauen, vergleichen, nachdenken, schreiben.
http://www.die-horen.de/
http://www.schreibheft.de/
www.volltext.at
www.am-erker.de
Immer wieder Fundgruben für Anregungen. Blättern, lesen, unterscheiden, schauen, vergleichen, nachdenken, schreiben.
Tuesday, June 06, 2006
Bücher, die man noch mal lesen sollte (1)
100 Jahre Einsamkeit
Die Dämonen
Die Brüder Karamasow
Der arme Chatterton
Der Zauberberg
Die Dämonen
Die Brüder Karamasow
Der arme Chatterton
Der Zauberberg
Leben und davon erzählen...
...legte ich nach knapp 100 Seiten wieder beiseite. Ist nicht die Zeit, in die Tiefen der kolumbianischen Geschichte abzutauchen. Besser wäre es, vorher noch mehr Geschichten und Romane von Marquez zu lesen. Oder das eine Buch noch einmal, 100 Jahre Einsamkeit, toller Titel. Sollte man vielleicht sowieso viel häufiger tun: Die guten Bücher noch einmal lesen. Wer weiß, ob man noch mal dazu kommt. Und auch als Kind hat man doch die Geschichten immer und immer wieder hören wollen.
Todeshauch
Bescheuerter Titel, gutes Buch. Gewalt in der Ehe, Gewalt überhaupt.
purpurne Flüsse
...ist ein harter Thriller aus Frankreich und hat mir bei aller Spannung und Unterhaltung die Grenzen den Genres aufgezeigt: Es mündet immer in der Auflösung des Rätsels, den Verdächtigen kann man sich aufgrund der Geschlossenheit des Romankosmos meist an den Fingern einer Hand ablesen. Einem Kriminalroman kann es nie an Verdächtigen fehlen.
In diesem Fall war sehr schnell kar, dass es zu dem verschwundenen Mädchen im Roman nur ein Pendant geben kann. Auch die Zwillingsüberraschung ist keine wirkliche.
Es bleibt einem nichts, als das Ende eines Krimis so hinzunehmen.
In diesem Fall war sehr schnell kar, dass es zu dem verschwundenen Mädchen im Roman nur ein Pendant geben kann. Auch die Zwillingsüberraschung ist keine wirkliche.
Es bleibt einem nichts, als das Ende eines Krimis so hinzunehmen.
Friday, June 02, 2006
Marai - Die Fremde
Der Schwermütig-Alteuropäische daran. Der starke, souveräne Prosatakt.
Woher all diese Marai-Bücher kommen? Als hätte jemand irgendwo einen Wunderkoffer geöffnet. Die Welt ist groß, Rettung gibt es überall.
Woher all diese Marai-Bücher kommen? Als hätte jemand irgendwo einen Wunderkoffer geöffnet. Die Welt ist groß, Rettung gibt es überall.
Monday, May 29, 2006
Der fernste Ort
Kehlmann. Der Titel ist noch das beste an dem Buch. Es gibt gute Stellen, aber so richtig warm wird man nicht damit. Spannender wäre es gewesen, wenn der Typ wirklich ausgestiegen und nicht "nur" gestorben wäre.
Faustus
zum xten Mal. Kaum noch reizbar dagegen. soll ich es lassen? Ist schon fast eine Art Zwang. (Dabei kann ich es wirklich nicht mehr hören)
Nachtzug
...nach Lissabon. Ein sehr schönes Buch zum Lob der Worte und der poetisch-gelehrsamen Beschäftigung mit ihnen. Dazu die Biografie eines Mannes, die sich der Protagonist detektivisch erarbeitet und dabei gleichzeitig eine segensreiche Wirkung auf die Befragten entfaltet. Leider geht einem der Kerl, um den es geht, ein wenig auf die Nerven.
Gregorius, da haben wir einen von diesen Langweilern, die nichts tun wollen, außer lesen und in ihren Büchern herumkritzeln, aber durch diese Beschäftigung eine gewisse Beruhigung auf ihre Umgebung ausstrahlen. So ein Zuhörer eben. Viel sympathischer, als der etwas altmodisch verstiegene Portugiesische Intellektuelle, dem er sich an die Fersen heftet.
Gregorius, da haben wir einen von diesen Langweilern, die nichts tun wollen, außer lesen und in ihren Büchern herumkritzeln, aber durch diese Beschäftigung eine gewisse Beruhigung auf ihre Umgebung ausstrahlen. So ein Zuhörer eben. Viel sympathischer, als der etwas altmodisch verstiegene Portugiesische Intellektuelle, dem er sich an die Fersen heftet.
Wednesday, May 17, 2006
Fandorin
Das ist sehr schön. So klar, so liebenswürdig, so ganz und gar un-schwer. Musste im Zug bei der Lektüre aufpassen, dass ich nicht plötzlich laut herausprustete. Zum Beispiel bei Fandorins Besuch in der Spielhölle und seinem todesmutigen Duellversuch.
Werde mehr davon lesen. Ein neues Feld eröffnet sich da: Populäre russische Gegenwartsliteratur. Erfrischend anders. Und man spürt dabei trozu aller Leichtigkeit den schweren Atem Dostojewskis und Tolstois im Nacken.
Wir das der Auftakt einer weiträumigen Umschiffung der Angelsachsen und Amerikaner?
Werde mehr davon lesen. Ein neues Feld eröffnet sich da: Populäre russische Gegenwartsliteratur. Erfrischend anders. Und man spürt dabei trozu aller Leichtigkeit den schweren Atem Dostojewskis und Tolstois im Nacken.
Wir das der Auftakt einer weiträumigen Umschiffung der Angelsachsen und Amerikaner?
Thursday, May 11, 2006
Die grauen Seelen
Noch ein Titel mit Seelen. Und bestätigt gleich, was zuvor gesagt wurde. Es werden nur Personen vor einen hingestellt. Das ist alles. Das Handlungsmäßige, Ankedotische bringen sie mit. Und hier sind ganz nahe, aber unsichtbar, aber immer hörbar, aber immer unfassbar hereinstrahlend namenlose Greuel. Innen und Außen. In einer Kritik las ich im Vorrübergehen, dass man dem Autoren "Klischee" vorzuhalten meinte. Dieseer Vorwurf trifft immer, ob Grass, King, Shakespeare. Die Kunstmittel sind bekannt, na und. Man möge sich darüber beruhigen.
Ian Rankin
Die Seelen der Toten. Auch bei Kriminalromanen gilt: Die Figuren machen's. Hier der etwas abgerissene, trinkende, gezeichnete Rebus und der unglaublich gefährliche Carrie. Menschen wie Welten. Die eine düster und traurig, die andere wie ein darwinistischer Dschungel. Dazu jede Menge Nebenfiguren, die nicht nur Randsteher sind: Janice, die Jugendgeliebte, die unzufrieden mit ihrem Vorstadtleben ist, ihr sympathischer Mann, dem es nur einmal gelang, seine Mittelmäßigkeit zu überwinden, ihr trauriges, einförmiges Leben, die Rebus-Geliebte Patience, diverse Jungkriminelle und Pädophile und und und. Der Plot? Schick solche Menschen nur ins Rennen, oder besser noch in eine Kulisse mit Ressonanz, wie sie Edinburg hergibt, und er ergibt sich von alleine. So ist es jedenfalls hier. Die Personen sind es. Und jede ist eine Welt. So muss man sich das denken.
Großartig (gebrauche ich das Wort in letzter Zeit zu oft?)
Großartig (gebrauche ich das Wort in letzter Zeit zu oft?)
Monday, May 08, 2006
Rankin. Die Seelen der Toten
Sind Kriminalromane die modernen Ritter- und Aventürromane? Bestimmt. Immer ein einzelner Ritter auf der Suche (Quest), immer eine unschuldige Frau, die zum Opfer bestimmt ist, immer ein Gegner der dunklen Seite der Macht. Aber auch modern, denn natürlich immer im Kampf gegen die Windmühlen der Bürokratie, des "Apparates".
Ian Rankin also. Ein tolles Buch, in das man sich ganz verlieren kann. Der Kriminalroman als strenge Form, der Raum lässt für Figuren. Rebus ist einem sehr nahe, viel näher als die Helden so mancher belltristischer Literatur, die allgemein auf höherer Stufe angesiedelt wird. Ein Buch, das es seinem Helden erlaubt, einfach mal durch die Kneipen zu tingeln und sich mies zu fühlen, auch wenn das die Handlung scheinbar nicht vorantreibt. Großartig. Mehr inder Art. Die Wälder am Fluss war auch so ein "Kriminalroman". Ich lese mehr und mehr solcher Bücher.
Ian Rankin also. Ein tolles Buch, in das man sich ganz verlieren kann. Der Kriminalroman als strenge Form, der Raum lässt für Figuren. Rebus ist einem sehr nahe, viel näher als die Helden so mancher belltristischer Literatur, die allgemein auf höherer Stufe angesiedelt wird. Ein Buch, das es seinem Helden erlaubt, einfach mal durch die Kneipen zu tingeln und sich mies zu fühlen, auch wenn das die Handlung scheinbar nicht vorantreibt. Großartig. Mehr inder Art. Die Wälder am Fluss war auch so ein "Kriminalroman". Ich lese mehr und mehr solcher Bücher.
Wednesday, May 03, 2006
Träumende Bücher
Moers also. Auf Empfehlung von Helmut Krausser sozusagen, da ich in seinem TB davon las.
Großartig. Unbezähmbarer Einfallsreichtum. Eine Prosa des lustvollen Ausmalens.
Großartig. Unbezähmbarer Einfallsreichtum. Eine Prosa des lustvollen Ausmalens.
Thursday, April 20, 2006
Lila
Martin Suter zum ersten Mal. Gut unterhalten, obwohl dem ganzen am Ende etwas die Luft auszugehen scheint. Vielleicht wäre es kürzer auch gegangen. Längen verzeiht man nur Autoren, die in diesen Abschweifungen etwas interessantes zu sagen haben. Manchmal verzeiht man ihnen auch Langweiliges. Hier gibt es aber gar keine Abschweifungen. Nur die Handlung hätte etwas gerafft werden können. Aber vielleicht leigt das auch darin, dass die stillschweigende Forderung herrscht, dass alles szenisch gezeigt werden muss. Manche Informationen lassen sich so nur recht unhandlich einführen. Mehr Mut zur erzählerischen Raffung oder zur Halbszene, sonst kann man sich ja gleich Filme anschauen und der Roman gibt sein Alleinstellungsmerkmal auf. Das heißt, eines seiner Alleinstellungsmerkmale.
Der Poet
Wieder große Lust auf leichte Kost verspürt. Connellys Poet war da genau das richtige. Schade an solchen Thrillern ist nur immer, dass aufgrund der erzählerischen Ökonomie der Kreis der Verdächtigen meistens relativ klein ist. Auf die gute Frau fällt der Verdacht ziemlich früh. So früh, dass man bald auch den anderen in Betracht zieht. So oder so ist das Ende keine Überraschung mehr. Trotzdem war es spannend und intelligent eingefädelt. Muss man alles auch können.
Tuesday, April 11, 2006
HP 6 - Die Lesung
Wie immer Rufus Beck in Hochform. Sympathisch, dass der Erzähler in all diesen Jahren auch mal erkältet sein darf.
Glaube nicht daran, dass Snape zu den Bösen übergelaufen ist. Meinbe Theorie: Dumbledore hat das Medaillon zu einen Horkruks gemacht und ein Stück seiner Seele hineingerettet. Das ganze ist Teil eines intelligenten Plans. Übel wird nur sein, wenn Harry Potter dem ganzen auf die Schliche kommt und er merkt, wie sehr er ausgenutzt worden ist.
Es wird alles gut.
Glaube nicht daran, dass Snape zu den Bösen übergelaufen ist. Meinbe Theorie: Dumbledore hat das Medaillon zu einen Horkruks gemacht und ein Stück seiner Seele hineingerettet. Das ganze ist Teil eines intelligenten Plans. Übel wird nur sein, wenn Harry Potter dem ganzen auf die Schliche kommt und er merkt, wie sehr er ausgenutzt worden ist.
Es wird alles gut.
Der Sportreporter
Ford, einer meiner Lieblingsautoren. Leider hat er bisher nicht viel geschrieben. Leider war auch der letzte Erzählungsband eher mau und komisch übersetzt. Nun also endlich den Sportreporter in der schönen TB-Ausgabe des Berlin Verlags. Sah es und kaufte es ohne nachzudenken.
Und hab es nicht bereut. Noch im Zug habe ich mit der Lektüre begonnen und buchstäblich erst nach zwei Wochen wieder aufgehört (immerhin über 500 Seiten). Großartig wie immer bei Ford die Melancholie, die über allem schwebt. Das alles ist so leicht und dabei so unsäglich traurig und man weiß gar nicht recht warum, denn der Held lässt nichts davon an sich heran kommen.
Außer der Melancholie ist das also diese Leichtigkeit. Ja, warum zum Teufel sollte man all diese Dinge an sich heranlassen. Dieses Denken. Das Schlimme in der Welt. Die Verzweiflung jeder einzelnen Existenz. Seltsamer Weise lebt es sich mit der Lektüre dieses traurigen Buches etwas leichter.
Dann: Interessantes über den "Sportreporter", als Berufsstand. So etwas hat man immer gerne. Ich meine, die meisten Menschen verbringen den Großteil ihrer Zeit an der Arbeit, also sollte man auch etwas darüber erfahren. War übrigens auch schon bei Unabhängigkeitstag so.
Weniger interessant sind die vielen Spruchweisheiten. Die steckt man ein, wie Wechselgeld, man zählt sie nicht nach und vergisst sie in der Hosentasche, bis man sie wieder verliert. Vielleicht tragen sie zur Stimmung bei, habe aber den Verdacht, dass nicht viel dran ist an ihnen und dass Ford besser drauf verichten sollte.
Ich freue mich auf einen neuen Roman von ihm (auch wenn ich diesmal etwas weggeknackt bin, namentlich gegen Ende.)
Und hab es nicht bereut. Noch im Zug habe ich mit der Lektüre begonnen und buchstäblich erst nach zwei Wochen wieder aufgehört (immerhin über 500 Seiten). Großartig wie immer bei Ford die Melancholie, die über allem schwebt. Das alles ist so leicht und dabei so unsäglich traurig und man weiß gar nicht recht warum, denn der Held lässt nichts davon an sich heran kommen.
Außer der Melancholie ist das also diese Leichtigkeit. Ja, warum zum Teufel sollte man all diese Dinge an sich heranlassen. Dieses Denken. Das Schlimme in der Welt. Die Verzweiflung jeder einzelnen Existenz. Seltsamer Weise lebt es sich mit der Lektüre dieses traurigen Buches etwas leichter.
Dann: Interessantes über den "Sportreporter", als Berufsstand. So etwas hat man immer gerne. Ich meine, die meisten Menschen verbringen den Großteil ihrer Zeit an der Arbeit, also sollte man auch etwas darüber erfahren. War übrigens auch schon bei Unabhängigkeitstag so.
Weniger interessant sind die vielen Spruchweisheiten. Die steckt man ein, wie Wechselgeld, man zählt sie nicht nach und vergisst sie in der Hosentasche, bis man sie wieder verliert. Vielleicht tragen sie zur Stimmung bei, habe aber den Verdacht, dass nicht viel dran ist an ihnen und dass Ford besser drauf verichten sollte.
Ich freue mich auf einen neuen Roman von ihm (auch wenn ich diesmal etwas weggeknackt bin, namentlich gegen Ende.)
Thursday, March 16, 2006
Malteser Falke
Miese Übersetzung, Redundanzen, überflüssiges Geschwätz, Unglaubwürdigkeiten. Ist das tatsächlich ein Klassiker. Ich glaube, ich schaffe es nicht. Das ist alles so künstlich und 50er Jahre-staubig. Und dann ist dieser Sam auch noch ein ziemlich Unsympath. Ich glaub', ich steck es.
Monday, March 13, 2006
Fest der Steine
Franzobel. Habe mir mehr davon versprochen. Ermüdend. Zu viele Gestalten, kann man sich gar nicht alle merken. Auch diese ganze Nazinudelsuppensache ist schwer erträglich. Vieles geschmacklos. Spekuliert auf die Anerkennung des Grotesken. Eine argentinische Blechtrommel. Wahrscheinlich steckt irgendein ausgeklügeltes Konstruktionsprinzip dahinter. Mag sein.
Sucht mein Angesicht
Als Hörbuch. Updike eben, souverän, fast jeder Satz ein Gedicht. Man sollte nicht zu viel Upduke lesen. Er ist zu stark. Könnte frustrierend sein.
Das ist natürlich Unsinn. Man sollte alles von ihm lesen. Lesen und auf die Knie fallen.
Zur Abwechslung mal als Hörbuch. War angenehm.
Das ist natürlich Unsinn. Man sollte alles von ihm lesen. Lesen und auf die Knie fallen.
Zur Abwechslung mal als Hörbuch. War angenehm.
Monday, January 16, 2006
Wunderbarer Falschmünzer
Habe Vollmanns Opus Magnum wieder hervorgezogen. Denn für einen Büchermenschen ist nichts schöner, als der Gesamtroman seiner Lieblinge und Vollmann hat ihn geschrieben. Angenehm bei der Zweitlektüre: Es gibt keinen Grund zu hetzen und man nimmt sich eher die Zeit, in dem Buch wie in einem Lieblingsmuseum auf Entdeckungsreise zu gehen und sich die ganzen Kleinigkeiten mit Liebe und Freude zu betrachten. Habe heute gleich alles Mögliche von ihm bei Amazon bestellt.
Die Hauptsachen
Wunderbares Buch von Martin Amis. Versuche es auf eine neue Art zu lesen, nämlich indem ich versuche, möglichst gut zuzuhören und mir möglichst viele Einzelheiten zu merken. Das Ergebnis ist verblüffend: Man trägt das Buch im Kopf mit sich her und kann darin wandern. Außerdem ist man endlich so ziemlich von der Sklavenhast befreit, Seiten zu fressen.
Zum Buch selbst fällt mir folgliuch so viel ein, dass ich erst gar nicht anfange, alles aufzuschreiben - es liefe auf eine Nacherzählung hinaus. Interessant ist vor allem, wie er als Schriftsteller sein leben ähnlich einem Romancier um einige wenige Leitmotive gruppiert - seine Zähne, seine ermordete Cousine, sein Vater - und dann einfach mal schaut, wo überall es ihn hinführt. Das Spannende dabei ist, dass jede Abschweifung nicht nur erlaubt ist, sondern sogar höchst willkommen, je bizarrer, desto besser.
Zum Buch selbst fällt mir folgliuch so viel ein, dass ich erst gar nicht anfange, alles aufzuschreiben - es liefe auf eine Nacherzählung hinaus. Interessant ist vor allem, wie er als Schriftsteller sein leben ähnlich einem Romancier um einige wenige Leitmotive gruppiert - seine Zähne, seine ermordete Cousine, sein Vater - und dann einfach mal schaut, wo überall es ihn hinführt. Das Spannende dabei ist, dass jede Abschweifung nicht nur erlaubt ist, sondern sogar höchst willkommen, je bizarrer, desto besser.
Monday, January 09, 2006
Amerikanische Literaturgeschichte
Erinnert an die guten, so aussichtsreichen Studentenzeiten. Überall Keimzellen für Konflikte, Plotts oder Charaktere. Eine Literaturgeschichte blind aufgeschlagen und als Anregung nutzen. Überraschend inspirierend.
Am Hang
War ja ein großer Publikums- und Kritikererfolg. Langweilige, gestelzte Halbgelehrtenprosa. Und die Überraschung am Ende? Ein findiger Leser merkt ungefähr auf Seite 2, wohin der Hase läuft. Nur dass dieser ganze Plott schlampig und unzureichend eingefädelt ist und die ganze Geschichte den Hang hinunter rutscht.
Hausaufgaben
Arjourni - das beste war Hoffmanns Hunger und die Krimis sind auch nicht schlecht. Das ist wieder eine Enttäuschung, ähnlich wie Idioten. Altbackenes, unsympathisches und am Ende in seiner Überzogenheit kaum glaubhaftes Zeug. Wenn man so viele Klischees aneinander reiht, dann muss das ganze viel, viel satirischer sein. Und wenn man Übles sichtbar machen will, dann freut sich der Leser trotzdem, wenn es irgendwo ein erfreuliches Gegenlicht gibt und sei es nur ein Flämmchen. Aber da gibt es in Hausaufgaben nichts. Warum soll man so was lesen?
Monday, December 19, 2005
Gespenster auf dem Stepper
Gestern sehr verkatert gewesen nach einer Party-Nacht, die erste seit langem. Habe eine Stunde auf dem Stpper zugebracht und dabei Nichts als Gespenster von Judith Hermann gehört. Tolle Geschichte: das Überwinden der Fremdheit, die scheinbare Hoffnungslosigkeit dieser Beziehung und die Wendung des Schicksals in Gestalt eines bierbäuchigen Billiardspielers in einer Kneipe am Ende der Welt. Besser geht es kaum.
Unter Wasser atmen
Die erste Geschichte ist eine richtige Gänsehaut-Geschichte. Ja, das ist unheimlich und traurig und der Schluss ist ein Gedicht. Sehr gut, weiter so.
Kurzformen
Las in einem Aufsatz über die Vorzüge der Kurzformen. Es stimmt ja alles: Selten ist ein Roman so gut, wie eine gute Kurzgeschichte. Dann das 19. Jahrhundert mit alle seinen Novellen. Und Gedichte, wieviel unterhaltsamer sie sein können, einfach aufgrund ihrer Kompaktheit. Lese Orringer, Updike und andere.
Stifter, Stadler, leider nicht Fühmann
Sein Stifter. Halbassoziatives Konglomerat, nur manchmal interessant. Obwohl ich so Bücher ja gerne mag, Biografien entlang eines Vorbildautoren. Fühmanns Vor Feuerschlünden bzw. Der sturz den Engels ist eines der schönsten Bücher dieser Art. Unvergesslich der Frühlingstag in Tübingen, als ich es in einer Ramschkiste vor einem kleinen Buchladen wieder fand. (Unvergesslich auch so manch anderes, das mit dem Buch zu tun hatte.)
Monday, December 12, 2005
Ohne Eigenschaften
Bin auf Seite 200. Es gefällt mir. Auch wenn es manchmal zum einschlafen ist. Liest man so ein Buch einfach von vorne bis hinten durch? Seiten zählen hat gar keinen Sinn. Nichts ist mit dem bloßen Fertigwerden gewonnen.
Joseph Drei
Ist das eigentlich eine echte Welt, die uns da vor Augen geführt wird? Das ist die Realismus-Frage. Teilweise hat der Roman ja dokumentarische Strukturen. Die Dialoge sind dagegen völlig künstlich. So sprach und spricht kein Mensch. Aber auch das ist kein Fehler, da die Dialogart im Roman mit dem "Schönen Gespräch" ja definiert wurde. Die Künstlichkeit entsteht dadurch, dass Mann versucht, uns auch den Subtext der Worte präsent zu machen. Er tut das nicht durch Erläuterungen, sondern indem er sie in das Gespräch einarbeitet. Das macht das ganze ein wenig geschwätzig und lässt die Personen eitel wirken. Manchmal blitzt aber gerade in dieser Dialogart der Himor auf, weil die Personen ihre gedanken mehr odeer weniger unverholen preisgeben. Ist Joseph Drei unterhält einen auf hohem Niveau.
Thursday, December 01, 2005
Ich bin Rot. Pahmuk
Hat so gut angefangen, richtig satt. Und wurde immer langweiliger. Die Schwäche des Buches: Es werden viel zu viele Bilder beschrieben. Und nicht nur das: Es sind immer wieder die gleichen. Man würde sie gerne endlich sehen, aber der Pahmuk tut wenig, um sie sichtbar zu machen. Er zählt nur immer wieder die gleichen Gestalten auf, die darauf zu sehen sind: Pferde, Padischahs, Bäume, Krieger, Büsche...So geht das seitenweise, dass es fast ein Witz ist.
Lese jetzt nur noch kusorisch und will die letzten 100 (von 550!) heute im Zug abfackeln. Schade, aber ich weiß gar nicht, ob ich dem Autoren noch eine Chance geben kann, zumal er mich am Anfang so getäuscht hat.
Lese jetzt nur noch kusorisch und will die letzten 100 (von 550!) heute im Zug abfackeln. Schade, aber ich weiß gar nicht, ob ich dem Autoren noch eine Chance geben kann, zumal er mich am Anfang so getäuscht hat.
Lesen und hören
Gestern bei Joseph II in eine schneewehe gefahren und vom Rad gestürzt. Es ist nichts passiert, als dass Gert Westphal verstummte. Mein treuer, alter Kassetten-Walkman hatte den Geist aufgegeben.
Was tun, mit dem Schallarchiv auf Kasetten? Habe mir mal eine Digitalisiersoftware herunter geladen. Der Prozess scheint mir doch etwas mühselig und bis ich die Bänder alle digitalisiert habe, ist Josepg längst in seinem Brunnen verschmachtet.
Habe mir wieder einen guten, alten Kasetten-Walkman angeschafft. Per ebay für 8 Euro.
Das Kind kann noch vor Weihnachten aus dem Brunnen. Schöne Welt.
Was tun, mit dem Schallarchiv auf Kasetten? Habe mir mal eine Digitalisiersoftware herunter geladen. Der Prozess scheint mir doch etwas mühselig und bis ich die Bänder alle digitalisiert habe, ist Josepg längst in seinem Brunnen verschmachtet.
Habe mir wieder einen guten, alten Kasetten-Walkman angeschafft. Per ebay für 8 Euro.
Das Kind kann noch vor Weihnachten aus dem Brunnen. Schöne Welt.
Monday, November 28, 2005
Die Geschichten Jaakobs
Zur Weihnachtszeit wieder heraus geholt und beim Joggen angehört. Die ganze Josephs-Sache ist ein Jungbrunnen und schön zum "In-sich-hinein-Lächeln". Elementar. Ein Elementarroman, aber komischer Weise kein Klassiker wie etwa die Buddenbrooks. Die sind wahrscheinlich tatsächlich der einzige Klassiker von Thomas Mann.
Las den Joseph zuletzt ebenfalls um diese Zeit vor vier jahren. Erinnere mich eines langen Süpazierganges durch den Schnee. Dann folgte über die Feste verteilt die Hörfassung. Insgesamt die vierte "Lesung".
Las den Joseph zuletzt ebenfalls um diese Zeit vor vier jahren. Erinnere mich eines langen Süpazierganges durch den Schnee. Dann folgte über die Feste verteilt die Hörfassung. Insgesamt die vierte "Lesung".
Thursday, November 24, 2005
"Gedanklich ganz gut"
Kommentar einer Leserin zu "Der menschliche Makel". Ansonsten langweilig, redundant, schlecht motiviert, sei der Roman. Kann man so sehen. Muss man aber nicht.
Thursday, November 17, 2005
Romeo und Julia
Gelsen von der Thalbach. Sehr gut gelesen.
Jaja, das alte Stück wieder. In sehr dreckiger, aber lebhafter Übersetzung. (Nur mit der Sprachonanie kann ich nicht viel anfangen.
Jaja, das alte Stück wieder. In sehr dreckiger, aber lebhafter Übersetzung. (Nur mit der Sprachonanie kann ich nicht viel anfangen.
Porträt des Meister in mittleren Jahren
Ein schönes Buch, schon rein äußerlich. Sehr schön das Porträt des unnahbaren, einsamen, peinlich auf seine Arbeitskraft bedachten Schriftstellers, von dem ich jetzt unbedingt mehr lesen will.
Schnee auf dem ...
Mal wieder. Diesmal als Hörbuch mit Otto Sanders.
Eine Basisgeschichte.
Eine Basisgeschichte.
Hagestolz
Wollte ich erst als Fortsetzung in der Zeitung lesen. Bin dann doch vorgeprescht, weil ja alles im Augenblick von Stifter spricht. Wollte schon fast zum Nachsommer greifen.
Kann man jedenfalls noch lesen, durchaus.
Kann man jedenfalls noch lesen, durchaus.
Klang der Zeit
Als Hörbuch. Habe das Gefühl arger Gekürztheit. Schön, das musikalische Thema mit dem Grundmotiv vom Frosch und dem Vogel. Werde es aber nicht als TB nachlesen.
Landnahme
Solider Roman über einen Aufsteiger. Gut, manchmal redundant erzählt. Einige werden sich an DDR-Details erfreuen können - mich locken sie nicht mehr hinter dem Ofen hervor. Schade, dass das Niveau der Perspektive ziemlich gleichförmig ist, oft haben die Personen nichts Nennenswertes zur Hauptperson, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, beizutragen. 40 Prozent Vergnügen, 60 Prozent Pflicht. Künstlerisch nicht besonders überraschend.
(Das war jetzt aber knallhart gewertet.)
(Das war jetzt aber knallhart gewertet.)
Regenroman
Sehr gut geschrieben, sehr zackig das ganze, hat viel Spaß gemacht. Kann sich leicht mit Autoren aus USA messen. Und: Ein lustiger Wenderoman mit allerhand Überraschendem.
Monday, October 24, 2005
Eismond
Jan Costin Wagner, eine Entdeckung aufgrund eines Spiegelartikels. War von der ersten Seite an im Sog dieser gleichsam elegischen Prosa. Teilweise nähert sich der Duktus tatsächlich der Musik an, einer sehr düsteren, sehr schönen mit Abgründen des Nihilismus links und rechts der Melodie.
Obwohl stilistisch weit davon entfernt, erinnert die Anlage des ganzen an Dostojewski. Nur dass hier der größere Stilist zu sitzen scheint. Und dabei ist das Thema so ernst und groß, dass das eigentlich ohne Sentimentalität gar nicht abgehen kann. Tut es aber.
Zwei andere Bücher gibt es noch von ihm. Die werd ich mir holen.
Obwohl stilistisch weit davon entfernt, erinnert die Anlage des ganzen an Dostojewski. Nur dass hier der größere Stilist zu sitzen scheint. Und dabei ist das Thema so ernst und groß, dass das eigentlich ohne Sentimentalität gar nicht abgehen kann. Tut es aber.
Zwei andere Bücher gibt es noch von ihm. Die werd ich mir holen.
Friday, October 21, 2005
Safranskis Schiller
Schiller. Noch ein Mal?
Es gibt Bücher, die einem relativ schnell das Gefühl vermitteln, dass sie einem etwas Wichtiges, Bahnbrechendes zu sagen haben (das ist natürlich eine Platitude, aber trotzdem wahr.) Diese Bücher liest man voller Andacht, man zügelt das Tempo, damit sich nichts unreflektiert verflüchtigt zwischen den Zeilen – was dann natürlich trotzdem geschieht, da mag man die Sätze unterstreichen oder abschreiben oder auswendig lernen, genau genommen lebt die Erkenntnis nur immer einen kurzen, aufwühlenden Augenblick und schon wird es wieder dunkel. Ähnlich geht es Hans Castorp nach seinem Schneeerkenntnistraum, der gleichsam seine gesamte Existenz aufhellte – und am nächsten Tag so gut wie vergessen war.
Mancher mag da fragen, warum dann die ganze Veranstaltung? Weil diese Augenblicke – wie eine Droge – nach mehr verlangen.
Schiller zählt zu meinen Initiatoren. Die Räuber und Don Carlos kamen parallel zu Karl May und Stephen King. Dann trat er mehr und mehr hinter andere, Thomas Mann, Goethe, Shakespeare. Eigentlich hielt ich ihn für abgetan (man ist ja manchmal froh, etwas abtun zu können, der literarische Reichtum ist ja schwer er-träglich).
Das Buch fand ich in der Ramschkiste beim Hugendubel – war wohl das Ansichtsexemplar. Ich begann mit der Lektüre, unterbrach sie aber am Anfang, nahm sie nach zwei, drei anderen Büchern wieder auf, und las das Buch in einer guten Woche ganz durch.
Es hat etwas geschafft, wofür ich dem Autor und seinem Buch (irgendwie beiden, zu manchen Büchern hat man ja so ein persönliches Verhältnis) dankbar bin. Es hat mir Schiller nicht nur wieder ans Herz gelegt, es hat mich viel mehr bekannt gemacht mit einem der faszinierendsten Menschen, die ich je getroffen habe.
Was war das für ein Mensch! Diese unerschütterliche Zuversicht trotz der Widerstände, trotz der Krankheit, diese Vielseitigkeit des schöpferischen Willens, dieses glückhafte Talent des Gelingens. Einen solchen Freund zu haben – was für eine gewaltige Inspiration das wäre!
Safranski gelingt es hervorragend, den Leser anzustecken mit seiner Denk-Lust, seiner Bewunderung, seiner Liebe.
Schiller? Immer.
Es gibt Bücher, die einem relativ schnell das Gefühl vermitteln, dass sie einem etwas Wichtiges, Bahnbrechendes zu sagen haben (das ist natürlich eine Platitude, aber trotzdem wahr.) Diese Bücher liest man voller Andacht, man zügelt das Tempo, damit sich nichts unreflektiert verflüchtigt zwischen den Zeilen – was dann natürlich trotzdem geschieht, da mag man die Sätze unterstreichen oder abschreiben oder auswendig lernen, genau genommen lebt die Erkenntnis nur immer einen kurzen, aufwühlenden Augenblick und schon wird es wieder dunkel. Ähnlich geht es Hans Castorp nach seinem Schneeerkenntnistraum, der gleichsam seine gesamte Existenz aufhellte – und am nächsten Tag so gut wie vergessen war.
Mancher mag da fragen, warum dann die ganze Veranstaltung? Weil diese Augenblicke – wie eine Droge – nach mehr verlangen.
Schiller zählt zu meinen Initiatoren. Die Räuber und Don Carlos kamen parallel zu Karl May und Stephen King. Dann trat er mehr und mehr hinter andere, Thomas Mann, Goethe, Shakespeare. Eigentlich hielt ich ihn für abgetan (man ist ja manchmal froh, etwas abtun zu können, der literarische Reichtum ist ja schwer er-träglich).
Das Buch fand ich in der Ramschkiste beim Hugendubel – war wohl das Ansichtsexemplar. Ich begann mit der Lektüre, unterbrach sie aber am Anfang, nahm sie nach zwei, drei anderen Büchern wieder auf, und las das Buch in einer guten Woche ganz durch.
Es hat etwas geschafft, wofür ich dem Autor und seinem Buch (irgendwie beiden, zu manchen Büchern hat man ja so ein persönliches Verhältnis) dankbar bin. Es hat mir Schiller nicht nur wieder ans Herz gelegt, es hat mich viel mehr bekannt gemacht mit einem der faszinierendsten Menschen, die ich je getroffen habe.
Was war das für ein Mensch! Diese unerschütterliche Zuversicht trotz der Widerstände, trotz der Krankheit, diese Vielseitigkeit des schöpferischen Willens, dieses glückhafte Talent des Gelingens. Einen solchen Freund zu haben – was für eine gewaltige Inspiration das wäre!
Safranski gelingt es hervorragend, den Leser anzustecken mit seiner Denk-Lust, seiner Bewunderung, seiner Liebe.
Schiller? Immer.
Wednesday, October 12, 2005
Amanda herzlos
Ich war auf einer Lesung in Augsburg, Becker mit Amanda herzlos. Der Saal war zu groß, das Augsburger-Bildungsbürgertum spärlich vertreten. Ich weiß nicht mehr, ob ich mich langweilte, ich glaube nicht. Bei der anschließenden Fragerunde gab es keinen weiteren Diskussionsbedarf. Danach ließ ich mir Jakob der Lügner signieren.
Ich musste Amanda herzlos nicht unbedingt lesen.
Dann starb Becker. Vorher gab er noch ein Interview im Spiegel. Das Bild von ihm erschütterte den sporadischen Becker-Leser.
Er galt als einer der "amerikanischsten" Autoren. Das bedeutete: locker, lebendig, lesbar.
Vor einiger Zeit auf einem Bücherbasar erstand ich dann Amanda herzlos in einer frauenfreundlichen Sonderedition des Suhrkamp-Verlags. Kostete 50 Cent. Kaufte es, stellte es ins Regal.
Einige Zeit später berief sich der Literatur-Chef der Süddeutschen überraschend auf den Roman, als er in einer Beilage noch mal den U-/E-Diskurs reflektierte. Er meinte, glaube ich, dass man Becker damals für zu unterhaltend fand, dass Niveau seitdem aber auf einem ganz anderen Level angelangt sei. Anlass war die Besprechung einer Biografie über Becker, die mich mehr interessierte, als ein Roman von ihm. Wahrscheinlich auch wegen des Bildes im Spiegel.
Jetzt also der Griff ins Regal, ich weiß nicht warum. Ich las den Roman in wenigen Tagen und amüsierte mich, fand ihn an manchen Stellen vielleicht etwas zu breit auserzählt. Ranicki würde sagen, 200 Seiten hätten es auch getan. Am besten gefiel mir die mittlere Episode mit dem in die Jahre kommenden Schriftsteller. Da gerät das Ganze zu einer sehr genauen, tragikomischen Studie.
Ein wenig auch Sittengeschichte der DDR, muffig, prüde.
Und natürlich das Schlussbild, wo Amanda kurz vor der Ausreise ihr Kind wiegt und ihm den Westen schön redet und dabei ein Leben aufscheinen lässt, in dem der Ich-Erzähler überhaupt keine Rolle spielt. Wäre eine starke Filmszene.
Alles in allem: gut.
Wenn auch vielleicht der letzte Becker-Roman, den ich lesen werde.
Ich musste Amanda herzlos nicht unbedingt lesen.
Dann starb Becker. Vorher gab er noch ein Interview im Spiegel. Das Bild von ihm erschütterte den sporadischen Becker-Leser.
Er galt als einer der "amerikanischsten" Autoren. Das bedeutete: locker, lebendig, lesbar.
Vor einiger Zeit auf einem Bücherbasar erstand ich dann Amanda herzlos in einer frauenfreundlichen Sonderedition des Suhrkamp-Verlags. Kostete 50 Cent. Kaufte es, stellte es ins Regal.
Einige Zeit später berief sich der Literatur-Chef der Süddeutschen überraschend auf den Roman, als er in einer Beilage noch mal den U-/E-Diskurs reflektierte. Er meinte, glaube ich, dass man Becker damals für zu unterhaltend fand, dass Niveau seitdem aber auf einem ganz anderen Level angelangt sei. Anlass war die Besprechung einer Biografie über Becker, die mich mehr interessierte, als ein Roman von ihm. Wahrscheinlich auch wegen des Bildes im Spiegel.
Jetzt also der Griff ins Regal, ich weiß nicht warum. Ich las den Roman in wenigen Tagen und amüsierte mich, fand ihn an manchen Stellen vielleicht etwas zu breit auserzählt. Ranicki würde sagen, 200 Seiten hätten es auch getan. Am besten gefiel mir die mittlere Episode mit dem in die Jahre kommenden Schriftsteller. Da gerät das Ganze zu einer sehr genauen, tragikomischen Studie.
Ein wenig auch Sittengeschichte der DDR, muffig, prüde.
Und natürlich das Schlussbild, wo Amanda kurz vor der Ausreise ihr Kind wiegt und ihm den Westen schön redet und dabei ein Leben aufscheinen lässt, in dem der Ich-Erzähler überhaupt keine Rolle spielt. Wäre eine starke Filmszene.
Alles in allem: gut.
Wenn auch vielleicht der letzte Becker-Roman, den ich lesen werde.
Friday, October 07, 2005
Hadrian
Das hat mich sehr gequält, obwohl ich es sehr gut finde und es herrliche Stellen darin gibt. Aber es kam zum falschen Zeitpunkt. Erstaunlich, was die Autorin alles dafür gelesen hat. Das könnte ich nicht. Ich könnte definitiv für so ein Buch nicht unzählige Lesejahre vergeuden. Ich bewundere Leute, die das können und glaube, dass sie etwas sehr wertvolles geschaffen hat. Nur, wie gesagt, der falsche Zeitpunkt.
Tod einer Queen
Magdalen Nabb. Das mochte ich. Da sieht man wieder, dass es im Krimi auf den Kommissar ankommt. Und dieser - ich habe den namen vergessen, der war das einzig blöde an ihm - ist einer der besten, die mir untergekommen sind. Nicht schlau, sondern langsam im Kopf, dick, in Uniform, schweigsam, traurig, naiv und zupackend. Das mochte ich.
Ilias
Endlich angehört. Beim Joggen. Sehr schön. Nur leider hört das ganze mit dem Begräbnis von Hektor auf. Ich meine, was ist mit Trojanischem Pferd, Achilles Verse und so? Jedenfalls sehr gut gesprochen. Richtig zum zuhören.
Athena
Banville, von ihm habe ich den Unberührbaren sehr geschätzt, obgleich ich mich bei der Lektüre vielleicht hin und wieder gelangweilt haben mag. Aber die Sprache hat es herausgerissen. Die ist auch hier sehr gut. Wobei ich nicht wirklich sagen kann, dass ich eine Ahnung hätte, um was es in der Geschichte geht. Ein entlassener Mörder und Kunstkenner erstellt Gutachten über irgendwelche Bilder in einem Haus, das bis auf eine ätherische Nymphomanin leer steht, mit der der Held dann recht heftig herummacht. Die Bilder erweisen sich als gefälscht. Was niemanden überrascht. Und den Leser gar nicht ineressiert. Bleibt nur noch die Sprache, die man bewundern kann. Ich hätte die Geschichte trotzdem gerne verstanden. Es geht einem mit den britischen Büchern übrigens oft so, dass nichts zu geschehen scheint. Man hat das Gefühl, das da etwas an einem vorbei geht und hält sich für ein wenig dumm. Die Personen tauchen an irgendwelchen Orten auf, eine Szene wird angedeutet und abgebrochen und schon ist man im nächsten Spuk.
Aber ich mochte es. Mag Banville.
Aber ich mochte es. Mag Banville.
Brasilien
Eines von diesen Büchern, die ich mir in einem Updike-Rausch gekauft habe und das ungelesen liegen blieb, nachdem der Rausch verflogen war. Wohl habe ich die ersten Seiten damals gelesen, ein Eselsohr auf Seite 15 erweckt den Anschein, doch vermochte das Buch nicht, seinen Funken auf mich abzugeben. Die Fabel – schwarzer Junge, weißes Mädchen, arm, reich, Voodo und Identitäts-Switch – kannte ich aus den Besprechungen, aber wegen dem Plot liest man keine Updike-Bücher. Updike-Bücher liest man wegen dem Funkeln und Glitzern, das einem aus jedem Satz in die Augen springt; wegen der geradezu beschwörerischen Plastizität der beschriebenen Landschaften, Männer, Frauen, Kinder, Katzen, Dinge, Seeleregungen; wegen der Prägnanz der Maximen über Vergänglichkeit des Daseins, die man wie barocke Goldmünzen einsammeln kann, nicht um sie auszugeben, sondern still für sich zu betrachten und in der Handfläche zu wägen...Aber wie von allem Guten kann man sich auch von zu viel Updike den Magen verderben und es geht einem wie dem Chandos mit seinem Überdruss an den vielen Sprachpilzen. Deshalb war das Buch damals, vor zehn Jahren, liegen geblieben. Ungelesen ist es mit mir gewandert, hatte auf verschiedenen Regalstellplätzen in einem halben Dutzend Wohnungen Platz genommen, hatte Staub angesammelt, seine Seiten waren gelb geworden, wie Menschen grau, das Design des Cover-Bilds hatte seinen modischen Schnitt verloren und sah nach vergangener Dekade aus. Man hat ja viele solcher Bücher. Das schlechte Gewissen, das ihre Jungfreulichkeit einem einflößt, beschwichtigt man durch Vorstellungen wie: „Das ist ein Schatz, den es noch heben gilt“; oder „Der Wein wird noch reifen“. Und häufig kommt dann tatsächlich irgendwann die Zeit, in der man es packt und man liest es mit besonderer Sorgfalt, vielleicht etwas gönnerhaft, und man ist Stolz darauf, dass man es geschafft hat, dass man die 16 Mark 90 – ja, damals gab es noch D-Marken – nicht umsonst ausgegeben hat, sondern gut angelegt, daraus drei, vier Abende erfreulicher Lektüre gewonnen hat.
Die Kritik war damals bei Erscheinen nicht erfreut. Man beanstandete die Pornografie, die ekelhaften Metaphern, den albernen Plott, das Reportagenhafte, die Holzschnittartigkeit der Figuren, die Klischeehaftigkeit der Liebesgeschichte, das Sabbernde, das Schlüpfrige, Missglückte und Missratene. Das literarische Quartett, lauter rückhaltlose Updike-Fans, verriss das Buch gnadenlos.
Ich mochte es. Aus verschiedenen Gründen:
- weil es ein Updike ist
- weil es Updikes Sprache ist
- weil es mich unterhalten hat
- weil ich einiges über Brasilien erfahren habe. So was nimmt man doch immer ganz gerne mit
- weil der Schluss sehr schön ist. Auf seine Art
- weil es mir die moralische Befriedigung verschafft hat, es doch noch gelesen zu haben
- weil ich die Idee mag, einfach ein Buch über irgendwas zu schreiben, was scheinbar oder gar nicht scheinbar keinen Bezug zu einem selbst hat
- weil ich das Format der Rororo-Taschenbüchern liebe
- weil es mal ein Buch war, in dem es nicht um ücher und Lieratur ging, sondern um Charaktere
- weil es auch ein wenig abenteuerlich zu ging
- wegen diverser sätze und Bilder, die nachschwingen, wie Musik
weil.
Ich habe übrigens noch den Zentauren im Regal. Sehr 80er Jahre gestylt, das Cover noch relativ weich, die Seiten ganz gelb, die Schrift unangenehmn klein.
Die Kritik war damals bei Erscheinen nicht erfreut. Man beanstandete die Pornografie, die ekelhaften Metaphern, den albernen Plott, das Reportagenhafte, die Holzschnittartigkeit der Figuren, die Klischeehaftigkeit der Liebesgeschichte, das Sabbernde, das Schlüpfrige, Missglückte und Missratene. Das literarische Quartett, lauter rückhaltlose Updike-Fans, verriss das Buch gnadenlos.
Ich mochte es. Aus verschiedenen Gründen:
- weil es ein Updike ist
- weil es Updikes Sprache ist
- weil es mich unterhalten hat
- weil ich einiges über Brasilien erfahren habe. So was nimmt man doch immer ganz gerne mit
- weil der Schluss sehr schön ist. Auf seine Art
- weil es mir die moralische Befriedigung verschafft hat, es doch noch gelesen zu haben
- weil ich die Idee mag, einfach ein Buch über irgendwas zu schreiben, was scheinbar oder gar nicht scheinbar keinen Bezug zu einem selbst hat
- weil ich das Format der Rororo-Taschenbüchern liebe
- weil es mal ein Buch war, in dem es nicht um ücher und Lieratur ging, sondern um Charaktere
- weil es auch ein wenig abenteuerlich zu ging
- wegen diverser sätze und Bilder, die nachschwingen, wie Musik
weil.
Ich habe übrigens noch den Zentauren im Regal. Sehr 80er Jahre gestylt, das Cover noch relativ weich, die Seiten ganz gelb, die Schrift unangenehmn klein.
Monday, September 05, 2005
Kassandra
Christa Wolf. Gelesen von Cornelia Harfourch. Gut gelesen. Das ganze besser als erwartet. Ob ich es allerdings gelesen bzw. gehört hätte, wenn es kein Geschenk gewesen wäre? Fraglich.
Bech in Bedrängnis
Über Bech bin ich überhaupt auf John Updike gestoßen, diesen Autoren, der sicher zu den besten der Welt zählt. Desto erfreulicher, dass es ein neues Bech-Buch gibt. Die Geschichten darin sind genauso humorvoll und gut geschrieben, haben den gleichen Reiz der anderen Bech-Erzählungen, in denen der amerikanische Erfolgsautor auf das alte Europa trifft. Dazu gibt es noch eine amerikanische Variante von Tod eines Kritikers, die offensichtlich von dem britischen B-Movie Theater des Grauens inspiriert wurde und in der Bech sich als raffinierter Serienkiller betätigt...Allerdings ist diese auch die Schwäche des Bandes, denn sie führt die literarische Figur Henry Bech ad absurdum und macht ihn unglaubhaft. Bech mag seine Macken haben, aber ein Killer ist er nicht. Nach Bech in Bedrängnis muss der Leser mit seiner Killer-Identität leben. Dieser kann er den Nobelpreis am Ende nicht zugestehen. Daher fällt der Abschied von Henry Bech etwas leichter. Ansonsten ist das ganze natürlich auch wieder sprachlich brillant, die Übersetzung hervorragend.
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